Friedenslicht 2015

Türen auf - Licht an

Das Bild zeigt eine Pfadfinderin und einen Pfadfinder mit dem Friedenslicht von Bethlehem

Traditionell am Dritten Advent bringen junge Pfadfinderinnen und Pfadfinder das Friedenslicht von Bethlehem in die Gemeinden.

Bild: RDP/RdP / R. Adloff

 "Hoffnung schenken - Frieden finden" ist Motto der Aktion Friedenslicht 2015. Beim Aussendungsgottesdienst in München rief Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler dazu auf, Licht in die Welt zu tragen.

Mit ihrer Friedenslichtaktion wollen die 220.000 deutschen Pfadfinder wieder ein Zeichen für Frieden, Völkerverständigung und Gastfreundschaft für Menschen auf der Flucht setzen. Deswegen hatten die Jugendverbände auch ausdrücklich Geflüchtete zu den Aussendungsfeiern des Friedenslichts eingeladen.

In Bayern übergaben Pfadfinder bei zwei zentralen Jugendgottesdiensten in München und Nürnberg am 3. Advent das Friedenslicht auch an Politiker. So nahmen in Nürnberg der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und in München der oberbayerische Regierungspräsident Christoph Hillenbrand das Licht in Empfang.

In ihrer Predigt im Münchner Liebfrauendom erinnerte Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler die Jugendlichen daran, ihre Türen und Herzen offen zu halten für Menschen in Not. "Wer Hungernde speist, Dürstenden etwas zu trinken gibt, Fremde beherbergt, Obdachlosen Wohnung gibt, Nackte kleidet, Gefangene und Kranke besucht, der macht wirklich weit auf - Türen und das Herz. Der sorgt für Helligkeit in seinem eigenen Kopf. Und er lässt es licht werden im Inneren anderer Menschen." Es sei gut, dass die Deutschen - bewusst oder unwissentlich - mehrheitlich diesem Gebot folgten.

Menschen bräuchten nicht nur Nahrung für den Leib, sondern auch für Kopf und Herz, so die Regionalbischöfin. Es sei wichtig, Menschen, die nach Deutschland kommen, vom christlichen Glauben fröhlich zu erzählen: "Damit sie wissen,wovon wir zehren." Gerade unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die immer mehr und jünger würden, bräuchten "unsere Liebe, unser Kümmern, manchmal auch, dass man widerspricht, Klartext redet, damit sie sich zurecht finden". Dabei müsse auch manches Opfer gebracht werden.

Dabei gestand Breit-Keßler zu, dass es eine echte Herausforderung sei, Schwierigkeiten souverän zu begegnen. "Aber wenn wir das nicht schaffen, wer dann? Wer, wenn nicht wir, kann es mit Gottes Hilfe schaffen, diese Welt zu verändern?" Kinder und Jugendliche seien dabei die große Hoffnung der Kirche: "Mit Euch ist es zu machen."

Die Aktion Friedenslicht ist im Jahr 1986 vom Österreichischen Rundfunk ins Leben gerufen worden. Seither darf ein Kind in der Geburtsgrotte in Bethlehem ein Friedenslicht anzünden und bringt es anschließend nach Wien. In Deutschland ist die Aktion seit 1994 eine Gemeinschaftsaktion der Pfadfinder. Das Friedenslicht von Bethlehem leuchtet in den Wochen um Weihnachten in vielen bayerischen Kirchen. Zahlreiche Christen nehmen dieses Licht mit in ihre Häuser und lassen es dort als Zeichen für Frieden, Versöhnung und Gastfreundschaft leuchten.


16.12.2015 / ELKB/EPD
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