Libanon: Diakonie Katastrophenhilfe warnt

Wintereinbruch erschwert Flüchtlingssituation

Das Bild zeigt eine syrische Familie im Schneetreiben vor einem Zelt im Libanon..

Im Libanon leben zahlreiche geflüchtete Familien in Zelten, die nicht isoliert sind, berichtet die Diakonie Katastrophenhilfe. Der Winter verschärfe die schwierige Lage.

Bild: IOCC

Seit dem Wochenende erschwert der Wintereinbruch die Lage der Flüchtlinge im Libanon, meldet die Diakonie Katastrophenhilfe. 

Offiziell haben rund 1,2 Millionen syrische Flüchtlinge im Nachbarland Zuflucht gefunden. Ein Großteil von ihnen lebt in der Bekaa-Ebene, einer Hochebene im Osten Libanons. Seit dem Wochenende gibt es dort Schneefälle, Sturm und die Temperaturen erreichen Minusgrade. In einigen Gegenden kam es zu tagelangen Stromausfällen. „Es ist wichtig, dass wir die Menschen jetzt nicht alleine lassen“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „In den Wintermonaten verschärft sich die Situation für die geflüchteten Familien. Viele leben in Zelten, die nicht isoliert sind. Es gibt noch weniger Arbeit, gleichzeitig müssen die Familien aber zusätzlich Heizmaterial kaufen und ihre Unterkünfte winterfest machen. Gerade Kinder und alte Menschen leiden auch gesundheitlich unter der Kälte. Das kalte Wetter kann den Menschen noch bis März zu schaffen machen.“

Informationen zum Thema

Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partnerorganisation IOCC unterstützen mit Hilfe des Auswärtigen Amts Flüchtlinge in der Bekaa-Ebene und im Norden Libanons mit warmen Mahlzeiten und Mietzuschüssen. Nach vier Kriegsjahren sind die Ersparnisse der Menschen aufgebraucht. Die Flüchtlinge haben kaum Zugang zu Arbeit und Einkommen. Viele Familien können sich deshalb die Mieten für eine Wohnung nicht mehr leisten und leben in provisorischen Zeltsiedlungen.

Winter macht Familien noch anfälliger

In einer Zeltsiedlung in Quob Elias in der Bekaa-Ebene lebt Fatima mit ihrem Mann und ihren vier Kindern. Vor drei Jahren sind sie aus Syrien hierher geflohen. Sie berichtet: „Jeden Tag versucht mein Mann als Tagelöhner etwas Geld zu verdienen. Jetzt im Winter ist das noch schwerer als im Sommer, wo er auf den Feldern helfen konnte. Ich hoffe, dass er heute drei Dollar mit nach Haus bringt damit wir uns Öl für den Heizofen leisten können.“ Zudem sorgt sich Fatima, dass das Zelt, in dem die Familie lebt durch den Schnee einstürzen könnte und das Holz, das sie als Baumaterial nutzen, feucht und morsch wird.

Warnung vor Versorgungslücken

„Heizmaterial ist teuer. Viele Flüchtlingsfamilien können sich das nicht leisten“, berichtet Ruba Khoury, Leiterin des Büros von IOCC im Libanon. Khoury warnt vor Versorgungslücken. „Über den Jahreswechsel laufen viele Hilfsprogramme aus und neue sind noch nicht finanziert. Gerade jetzt ist es wichtig, die Familien zu unterstützen.“


05.01.2016 / Diakonie Katastrophenhilfe
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