Diskussionsforum auf dem Hesselberg

"Flüchtlinge aufnehmen - wie kann das gehen?"

Kind

Hilfe für Flüchtlinge besser zu organisieren steht im Mittelpunkt des "Flüchtlingsgipfels" am 24. März auf dem Hesselberg bei Gerolfingen.

Bild: © iStockPhoto / woraput

Am Dienstag, 24. März, lädt die Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski zu einer Art Flüchtlingsgipfel auf den Hesselberg bei Gerolfingen. Im epd-Interview stimmt Bornowski darauf ein.

Im Evangelischen Bildungszentrum auf dem Hesselberg bei Gerolfingen findet am Dienstag, 24. März, von 13 bis 19 Uhr ein Forum für Vertreter aus Kommunen, Kirchengemeinden sowie Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen im ländlichen Raum statt. Unter dem Titel "Flüchtlinge aufnehmen - wie kann das gehen?" diskutieren sie auf Einladung der Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski mit Vertretern der Regierung von Mittelfranken und der Diakonie Bayern. Warum es Bornowski ein Anliegen ist, die verschiedenen Akteure "an einen Tisch zu bringen", verrät die Regionalbischöfin im epd-Interview.

epd: Frau Bornowski, das Thema Flüchtlinge ist nicht neu - weshalb gibt es da immer noch so viele offene Fragen?

Bornowski: Zum einen wird das Thema für viele Menschen erst dann wirklich drängend, wenn die Flüchtlinge vor der Tür stehen. Und zum anderen: Der Einzugsbereich für unser Forum ist vor allem der ländliche Bereich Westmittelfrankens. Viele Fragen stellen sich dort noch einmal anders. Es sind größere Entfernungen, die zu bewältigen sind als im städtischen Umfeld - und die Begleitung von Asylsuchenden muss dort von weniger Menschen organisiert und durchgeführt werden.

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epd: Wer hat sich alles für das Forum angemeldet und was für Fragen erwarten Sie von den Teilnehmern?

Bornowski: Mit mehr als 100 Anmeldungen hat das Forum eine große Resonanz gefunden. Fast die Hälfte sind Vertreter der Kommunen, also Bürgermeister und Gemeinderäte. Rund ein Viertel vertritt die Bereiche Kindergärten und Schule, alle anderen kommen aus Kirchengemeinden, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Zunächst wird es noch mal um ganz grundsätzliche Fragen gehen, etwa wie so ein Asylverfahren genau abläuft. Aber dann sind es vor allem auch praktische Fragen wie die Gewährleistung und Verbesserung einer Asylsozialberatung und ehrenamtlicher Begleitung von Asylsuchenden. Eine Rolle werden auch sprachliche Grenzen spielen - und wie eine Integration von Kindern von Asylsuchenden in Kitas und Schule geschehen kann.

epd: Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen ist eine staatliche Aufgabe. Wieso dann eine kirchliche Info-Veranstaltung?

Bornowski: Unser Ziel ist es die unterschiedlichen Akteure auf diesem Gebiet aus Kommunen, Schulen, Kitas und Kirchengemeinden an einen Tisch zu bringen. Viele leisten bereits einiges, aber sie wissen zu wenig voneinander. Es wird auch darum gehen, gemeinsam abzusprechen, wer welche Aufgabe hat und übernehmen kann. Informationen sind im übrigen ja immer gut und wichtig. Die steigende Zahl Asylsuchender bei uns ist eine neue und uns oft auch überfordernde Situation. Gerade in der praktischen Durchführung tun sich immer wieder neue Fragen auf. Uns geht es darum, durch bessere Vernetzung der in diesem Bereich Engagierten, die unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen besser nutzbar zu machen.


23.03.2015 / epd / Daniel Staffen-Quandt