Festwochenende in Höchstädt

„Ökumene ist kleines Wunder"

 Pfalzgräfin und Herzogin Anna von Pfalz-Neuburg

2015 steht für Höchstädt ganz im Zeichen der Pfalzgräfin und Herzogin Anna von Pfalz-Neuburg.

Bild: Historischer Verein Höchstädt

Mit einem Festwochenende feierte die Stadt Höchstädt den Einzug der Herzogin Anna von Pfalz-Neuburg in das Schloss Höchstädt vor 400 Jahren. Im Festgottesdienst predigte Landesbischof Bedford-Strohm.

Die Ökumene von heute ist für den bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ein "kleines Wunder". Beim Gottesdienst am Sonntag, den 4. Oktober 2015, im schwäbischen Höchstädt bei Dillingen sagte Bedford-Strohm: "Zum ersten Mal seit der Reformation werden wir 2017 ein Reformationsjubiläum feiern, das aus authentisch-ökumenischem Geist lebt." Er empfinde es "als kleines Wunder, wenn ich auf die geschwisterlichen Beziehungen schaue, die wir heute als Katholiken und Protestanten miteinander haben".

Zitat

Es ist tatsächlich die Ernte vieler ökumenischer Dialogbemühungen, wenn wir heute eine so feste Vertrauensbasis in unseren ökumenischen Beziehungen haben. Ja, wir feiern heute auch ein großes ökumenisches Erntedankfest.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm
In der Vergangenheit hätten die Evangelischen ihre Identität noch aus der Abgrenzung gewonnen, sagte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Im Jahr 2017, wenn das 500. Reformationsjubiläum gefeiert wird, wolle man Neues werden lassen. "Wir wollen unser Selbstverständnis allein an Christus ausrichten." Der Gottesdienst war Teil des Festwochenendes in Höchstädt, mit dem der Einzug der Herzogin Anna von Pfalz-Neuburg in das Schloss Höchstädt vor 400 Jahren gefeiert wurde. Für den Gottesdienst hatte die katholische Pfarrei Maria Himmelfahrt den evangelischen Christen die Stadtkirche überlassen, ja sogar den eigenen Erntedankgottesdienst vorverlegt - ein schönes Zeichen der Ökumene vor Ort.

Herzogin Annas Mann, Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg, hatte das Höchstädter Schloss im Stil der Spätrenaissance Anfang des 17. Jahrhunderts errichten lassen. Es diente als Witwensitz für seine Frau. Im Jahr 1615, nach dem Tod Philipp Ludwigs, zog die Herzogin ins Schloss ein und lebte dort bis 1632. Während ihr Sohn Wolfgang aus politischen Gründen vom protestantischen zum katholischen Glauben wechselte, hielt die Herzogin ihr Leben lang am evangelischen Glauben fest und verteidigte den evangelischen Glauben gegen die Gegenreformation.


05.10.2015 / epd
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