Fester Standort für Zelt der Religionen

Ein Raum der Achtung und Toleranz

Zelt der Religionen

Bamberg: Zelt der Religionen hat einen festen Standort erhalten

Bild: ELKB

Es war die leuchtend bunte Attraktion im Sommer 2012: das "Zelt der Religionen" auf der Landesgartenschau in Bamberg. Jetzt hat die farbenfrohe Halbkugel einen neuen Standort und eine neue Bestimmung.

Zentrumsnah am Bamberger Markusplatz aufgestellt, ist das Zelt ein Zeichen der interreligiösen Zusammenarbeit und der Toleranz; es bietet einen Rahmen für gemeinsame Veranstaltungen.

Seit der multireligiösen Feier von Juden, Christen und Muslimen am 22. Juni, mit der das Zelt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, fanden dort schon einige Begegnungsveranstaltungen statt: Neben der regelmäßigen Information zu Geschichte und Bedeutung des Zeltes gab es schon einen Vortrag zu Ramadan, dem am 27. Juli um 21 Uhr ein Fastenbrechen im Zelt folgt, zu dem alle eingeladen sind. Weitere geplante Themen sind das Fest Mariä Aufnahme in den Himmel (4. August, 18 Uhr), eine multireligiöse Feier für Kinder (24. August, 16.30 Uhr) ein christlicher Gottesdienst in gerechter Sprache mit der Frauengruppe der Erlöserkirche (12. September, 18 Uhr) und ein interkulturell und interreligiös offenes Singen ( 29. September, 17 Uhr).

Erstmalig in der Geschichte der Landesgartenschauen hatten sich die drei Religionen in Bamberg für ein gemeinsames Projekt zusammengefunden. Katholische und evangelische Kirche, die Israelitische Kultusgemeinde und die türkisch-islamische Gemeinde Bambergs, die bereits seit 2007 im "Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus" zusammen arbeiten, luden im "GottesGarten" dazu ein, "das Paradies zu berühren".

Dank eines Fördervereins „Zelt der Religionen“, der sich nach Ende der Landesgartenschau zum Ziel gesetzt hatte, einen neuen bleibenden Standort für das Zelt zu finden und dank des Entgegenkommens der Stadt und des Erzbistums Bamberg, konnte der Wunsch umgesetzt werden, einen besonderen Ort der Begegnung zu schaffen und dort die guten und langjährigen Beziehungen zwischen den Bamberger Religionsgemeinschaften in Vorträgen und Festen, in Gottesdiensten und Gesprächen weiterzuführen.

Das "Zelt der Religionen" als zentraler Veranstaltungs- und Begegnungsort ist einer Pflanzenknospe nachempfunden, deren "Knospenblätter" künstlerisch die drei großen monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam thematisieren. Symbolisch tragen die Seitenteile kurze Texte aus den jeweiligen Heiligen Schriften Bibel, Tora und Koran. Der Entwurf für das Begegnungszelt stammt von den Bamberger Grafikern Christine Kaufmann und Bernhard Kümmelmann.


15.07.2014 / Anne Lüters /epd
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