Diakoniesonntag 2015 in Traunstein

Netzwerk der Kinder Gottes

Ehrung für 35 Jahre Dienst beim Diakonischen Werk, von links Vorstand Thomas Zugehör, Peter Huber, die Leitungskräfte Andrea Kinzner und Christa Rinner, Walburga Daxenberger, Heike Bauregger, Ursula Zimmermann, Hannelore Baumgartner, Birgit Schiller, Kurt

Zahlreiche Mitarbeitende wurden für 35 Jahre Dienst beim Diakonischen Werk geehrt (im Bild rechts Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel und Dekan Peter Bertram).

Bild: DW Traunstein

Zum Auftakt der Herbstsammlung vom 12. bis 18. Oktober 2015 bekräftigte Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel die Bedeutung einer starken Diakonie in und für die Gesellschaft.

Die Menschenwürde darf nach Überzeugung von Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel nicht der Ökonomie zum Opfer fallen. Das Miteinander in der Gesellschaft müsse so organisiert werden, dass die Menschenwürde nicht unter die Räder kommt, mahnte die Präsidentin des bayerischen evangelischen Kirchenparlaments in ihrer Kanzelrede am Diakoniesonntag in Traunstein.

Als Beispiel nannte Preidel die Pflege von kranken und alten Menschen: Es sei nicht hinnehmbar, dass "das Lebensende dem Diktat der Nützlichkeit unterworfen wird und Menschen Angst haben, zu Kostenfaktoren zu werden". Zudem würden die Rahmenbedingungen für Krankenhäuser schlechter, wenn nicht nach Heilungserfolg, sondern nach Leistungsaufwand bezahlt werde.

Zitat

Wir können nicht hinnehmen, wenn in unserer Gesellschaft die Rahmenbedingungen für Krankenhäuser schlechter werden, wenn nicht nach Heilungserfolg, sondern nach Leistungsaufwand bezahlt wird, wenn notwendige Reformen in der Pflege im politischen Spiel zunichte werden, wenn unsere Gesellschaft in Gewinner und Verlierer getrennt wird.

Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel beim Diakoniesonntag 2015 in Traunstein
Im Blick auf das Motto der diesjährigen Herbstsammlung der Diakonie, "Allein Familie sein … mit Unterstützung der diakonischen Einrichtungen den Alltag gut meistern", nahm Preidel auch Alleinerziehende in den Blick: "Wir können nicht hinnehmen, dass der überwiegende Teil der Alleinerziehenden am Existenzminimum lebt, weil sie alleine tragen müssen, was oft selbst Familien zu schwer ist", sagte Preidel.

Darum sei die Tätigkeit der Diakonie dringend nötig. Hier werde das „Netzwerk der Kinder Gottes und die Nähe Christi zu den Menschen in ihrer eindrucksvollsten Form sichtbar“, so Preidel. In den vielen Tätigkeitsfelder der Diakonie biete sich die Chance, den christlichen Glauben konkret und direkt zu erfahren „gerade auch für jene, die den Kontakt zur Kirche verloren haben oder ihr distanziert gegenüberstehen.“

Gottes Maßstab sei nicht das Reden, sondern das Tun, bekräftigte die Synodalpräsidentin. Im Gottesdienst wurden 29 Mitarbeitende für ihre langjährige Tätigkeit, also für 25, 30 und 35 Jahre im Dienst des Diakonischen Werks Traunstein geehrt. Der Diakoniesonntag in Traunstein ist der Auftakt zur Herbstsammlung der bayerischen Diakonie vom 12. bis 18. Oktober 2015.


13.10.2015 / epd/ELKB
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