Landesbischof Bedford-Strohm zu G7:

"Deutliche Zeichen gesetzt"

Schloss Elmau

Einsatz in den Alpen: 31 Polizeiseelsorger aus dem gesamten Bundesgebiet werden beim "41. G-7-Gipfel" vom 7. bis 8. Juni 2015 auf Schloss Elmau in Oberbayern vor Ort sein.

Bild: © iStockPhoto / NetMartin

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ist von den Ergebnissen des G-7-Gipfels "freudig überrascht". Vor allem beim Klimaschutz hätten "Staats- und Regierungschefs deutliche Zeichen gesetzt".

In einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte Bedford-Strohm am Montagabend: "Vor allem beim Klimaschutz haben die Staats- und Regierungschefs deutliche Zeichen gesetzt." Die Bekräftigung des sogenannten Zwei-Grad-Ziels und die deutliche Senkung der weltweiten CO2-Emissionen seien "wichtige Weichenstellungen".

"Die Grundlagen sind jetzt gelegt"

Konkret bedeuten die beiden Ziele: Die Erderwärmung soll auf maximal zwei Grad begrenzt werden. Die weltweiten CO2-Emissionen sollen bis zum Jahr 2050 um 40 bis 70 Prozent zurückgehen. Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, sagte weiter, entscheidend sei nun, dass den Worten auch Taten folgen und die Klimaziele bei der UN-Klimakonferenz in Paris Ende des Jahres offensiv angegangen werden: "Die Grundlagen sind jetzt gelegt."

Ein wichtiger Schritt sei auch, dass die G-7-Staaten bis zum Jahr 2030 rund 500 Millionen Menschen von Hunger befreien wollen, sagte Bedford-Strohm. Dafür brauche es aber verbindliche und nachprüfbare Zusagen. Dazu gehöre auch, dass die Entwicklungshilfe endlich auf die vor Jahren vereinbarten 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöht werde.

Eine gute Klimapolitik und die Überwindung der Armut seien die besten Maßnahmen, um die Flüchtlingsproblematik in den Griff zu bekommen, sagte der EKD-Ratschef. Wenn die Fluchtgründe beseitigt würden, müssten die Menschen ihre Heimatländer nicht verlassen. "Nur so wird sich die weltweite Flüchtlingskatastrophe entspannen."

Keine "falsche Handlungspolitik" einsetzen

Die Gruppe der G-7 beschloss bei ihrem Spitzentreffen auf Schloss Elmau auch, das transatlantische Handelsabkommen TTIP bis Ende des Jahres voranzutreiben. Eine Zielsetzung, die Bedford-Strohm durchaus kritisch sieht: "Die Frage, ob TTIP zu befürworten ist, hängt aus christlicher Sicht davon ab, ob es den Armen hilft."

Handelspolitik müsse auch humanitär sein und dürfe nie ausschließlich von den Interessen der beteiligten Länder geleitet werden, mahnte der Bischof. Es habe keinen Sinn, durch eine falsche Handelspolitik die Überwindung von Armut zu verhindern und dann versuchen zu wollen, dies dann nachträglich mit Entwicklungshilfe zu reparieren.


10.06.2015 / epd
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