Augsburger Friedensfest 2014

Christen sollen für Flüchtlinge eintreten

Augsburger Friedensfest

Auch dieses Jahr wieder gut besucht: das Augsburger Friedensfest

Bild: Dekanat Augsburg / Irmgard Hoffmann

Christen sollen sich für Flüchtlinge einsetzen: dafür warb der Schweriner evangelische Bischof Andreas von Maltzahn am Freitag, 8. August, beim Festgottesdienst zum Augsburger Friedensfest.

"Gott hat die Fremden lieb und erwartet das auch von uns", sagte von Maltzahn am vergangenen Freitag in Augsburg. Der Bischof für den Sprengel Mecklenburg und Pommern hielt dort die Predigt beim Festgottesdienst zum Augsburger Friedensfest.

Christen dürften sich mit Blick auf die Flüchtlingsproblematik nicht mit dem Gegebenem abfinden, betonte von Maltzahn laut Predigtext: "Setzt euch nicht zur Ruhe, solange ungerechte Verhältnisse Menschen dazu nötigen, ihre Heimat zu verlassen. Gewöhnt euch nicht daran, dass tausende und abertausende Flüchtlinge Leib und Leben riskieren, um ein Leben mit Zukunft zu erlangen."

Impressionen vom Augsburger Friedensfest

"Gott hat die Fremden lieb"

Bischof Andreas Maltzahn,© Dekanat Augsburg / Irmgard Hoffmann

Der Schweriner evangelische Bischof Andreas von Maltzahn rief beim Festgottesdienst die Christen dazu auf, sich für die Rechte von Flüchtlingen einzusetzen: "Gott hat die Fremden lieb und erwartet das auch von uns."

"Sich unermüdlich für Frieden einsetzen"

Dr. Kurt Gribl, Oberbürgermeister von Augsburg,© Dekanat Augsburg / Irmgard Hoffmann

Auch der Augsburger Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl befand sich unter den Rednern. Er würdigte die Friedenspreisträgerin Dr. Lea Ackermann und plädierte allgemein für die "Notwendigkeit, sich unermüdlich für den Frieden in unserer Welt einzusetzen".

Friedliches Miteinander bei schönstem Wetter

Augsburger Friedensfest,© Dekanat Augsburg / Irmgard Hoffmann

Auch in diesem Jahr war das "Augsburger Friedensfest" wieder gut besucht. Bei schönstem Wetter saßen die Menschen beisammen, genossen kühle Getränke und ein fröhliches Miteinander. Das Motto in diesem Jahr lautete "Heimat? Da war ich noch nie!"

Friedensweck

Friedensweck,© Dekanat Augsburg / Irmgard Hoffmann

Goldbraun gebacken und zum Anbeißen lecker: Der "Friedenstauben Friedensweck" ist Tradition in Augsburg - und durfte natürlich auch in diesem Jahr wieder nicht fehlen.

"Frieden an Leib und Seele"

Der Regionalbischof von Augsburg, Michael Grabow,© Dekanat Augsburg / Irmgard Hoffmann

Der Augsburger Regionalbischof Michael Grabow war natürlich auch unter den Rednern. Als Vorsitzender der "Friedenspreis"-Jury, ehrte Grabow Preisträgerin Ackermann als "unermüdliche Kämpferin" gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen.

Er erinnerte daran, dass Jesus selbst ein Flüchtlingskind in Ägypten gewesen sei. Deshalb sei es auch heute nötig, zu Flüchtlingen gastfreundlich zu sein und "unverkrampft und freizügig" mit der eigenen Heimat umzugehen. "Wir müssen da nichts ängstlich hüten", meinte von Maltzahn. "Darum: Seid gastfrei mit dem, was euch Heimat ist."

Beim Friedensfest wurde in diesem Jahr auch der Träger des Augsburger Friedenspreises bekanntgegeben. Der Preis wird alle drei Jahre an Persönlichkeiten vergeben, "die sich um ein tolerantes und friedfertiges Miteinander der Kulturen und Religionen verdient gemacht haben". In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Schwester Dr. Lea Ackermann und ihre Organisation "SOLWODI" (Solidarity with Woman in Distress).

Das Augsburger Friedensfest wird seit 1650 jedes Jahr am 8. August gefeiert. Damals wurde den evangelischen Christen in Augsburg nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges die Religionsfreiheit gewährt. Seit 1950 ist der 8. August ein gesetzlichen Feiertag, der nur für das Stadtgebiet Augsburg gilt.


/ epd