Asylgipfel

"Bessere Sozialarbeit auf den Weg bringen"

Kind liegt unter einer Decke

Flüchtlingen mit christlicher Nächstenliebe zu begegnen: dafür sprach sich einmal mehr Landesbischof Bedford-Strohm aus.

Bild: Diakonie Bayern

Für Bildung junger Asylsuchender in Bayern hat sich unter anderem der jüngste Asylgipfel der bayerischen Staatsregierung ausgesprochen - der Landesbischof will dem "schnell Taten folgen" lassen.

Zunächst ohne konkrete finanzielle Zusagen, dafür aber mit klaren politischen Prioritätensetzungen ist am vergangenen Dienstag, 16. September 2014, der "Asylgipfel" der bayerischen Staatsregierung zu Ende gegangen. Als wichtigste akute Aufgaben für die Asylpolitik im Freistaat nannte Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) nach der Runde etwa die medizinische Versorgung neu ankommender Flüchtlinge, die Bildung junger Asylsuchender und Verbesserungen bei der Asylsozialarbeit. Zudem bekräftigte er, vor dem Winter solle Ersatz für alle "Zeltprovisorien" bei der Erstaufnahme von Flüchtlingen geschaffen werden.

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) nach dem Gipfel, er sehe nun "wirklich gute Voraussetzungen" für schnelle Verbesserungen etwa bei der Asylsozialarbeit. "Meine Hoffnung, aber auch meine Erwartung ist, dass dem, was heute gesagt wurde, schnell Taten folgen", betonte er.

Landesbischof: "Nächstenliebe ist Grundtenor"

Bedford-Strohm führte an, die aktuelle Situation sei "ein besonderer Test, wie ernst wir es mit der Humanität meinen". Flüchtlinge seien die Schwächsten, die weltweit in den Krisengebieten schrecklichstes erlebt haben. "Hier ist die christliche Nächstenliebe wirklich der Grundtenor, mit dem wir diesen Menschen begegnen sollten", so der Landesbischof.

Der Sprecher der bayerischen Diakonie, Daniel Wagner, begrüßte nach dem Asylgipfel, dass das bayerische Kabinett bei der nächsten Sitzung über eine Vorlage zur Aufstockung der Asylsozialberatung sprechen will. Der Schlüssel soll in Zukunft bei einem Betreuer je 100 Flüchtlinge liegen. Asylsozialberatung sei das A und O, um die Akzeptanz der Asylbewerber in der Gesellschaft zu erhöhen, sagte Wagner, darin seien sich sämtliche Gipfel-Teilnehmer einig gewesen: Mittelfristig müsse aber nicht nur die Asylsozialberatung in den Erstaufnahmeeinrichtungen, sondern auch in den Gemeinschaftsunterkünften aufgestockt werden.

Zahl der Asylsuchenden "dramatisch zugespitzt"

Vor dem Sozialausschuss des Landtags verteidigte Sozialministerin Emilia Müller parallel zum Asylgipfel die bayerische Asylpolitik: "Wir waren und sind handlungsfähig." Allerdings habe sich die Zahl der Asylsuchenden "dramatisch zugespitzt". Deutschland sei eines der Hauptzielländer der Flüchtlinge, eine Prognose über die weitere Entwicklung lasse die weltpolitische Lage kaum zu. "Das Schicksal der Menschen bewegt uns wirklich", sagte die Ministerin. Oberstes Ziel sei die menschenwürdige Unterbringung der Asylsuchenden.

Verbesserungsbedarf sieht Müller bei den Aufnahmekapazitäten für Flüchtlinge. Man habe die Zahl der Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften im Jahr 2014 um 30 Prozent gegenüber 2013 gesteigert. Auch bei den fünf neuen Erstaufnahmeeinrichtungen sei man auf einem guten Weg. Müller kündigte an, dass die Einrichtung in Deggendorf am 2. Januar 2015 den Betrieb aufnehmen soll.


18.09.2014 / epd
drucken