Auf dem Schwanberg

Ausstellung zu Widerstand im Nazi-Regime

Filmplakat 'Menschliches Versagen'

In seinem Film "Menschliches Versagen" zeigt Regisseur Michael Verhoeven die Enteignung von Juden.

Bild: Filmplakat Menschliches Versagen

„Was konnten sie tun?“ So heißt eine Ausstellung mit dem Untertitel „Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939-1945“, die am Freitag, 30. Oktober, auf dem Schwanberg eröffnet wird.

1933 übernahmen Hitler und die Nationalsozialisten die politische Macht in Deutschland. Sie errichteten eine Diktatur. Die meisten Deutschen folgten dem neuen Regime begeistert oder passten sich an, weil sie sich davon Vorteile erhofften. Manche blieben passiv. Aber nur wenige Menschen stellten sich den Verletzungen der Menschenrechte und den Verbrechen der neuen Machthaber entgegen. Sie nutzten jene Möglichkeiten, die es auch unter den Bedingungen der Diktatur noch für politisches Handeln gab. Jeder Einzelne musste sich entscheiden, ob er sich den Nationalsozialisten anschloss, untätig abwartete oder Widerstand leistete.

Mit dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Das Regime ging noch brutaler gegen seine Gegner vor. Trotzdem kämpfte eine kleine Minderheit der Deutschen weiter aktiv gegen das Regime.

Mehr zum Thema

Mit dieser komplexen Thematik des einstigen Widerstandes gegen die Nazi-Diktatur setzt sich eine Ausstellung der Stiftung 20. Juli 1944 in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand auseinander: Die Schau „Was konnten sie tun? Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939-1945“ wird am Freitag, 30. Oktober, um 16 Uhr in der St. Michaelskirche auf dem Schwanberg eröffnet. Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig die Formen des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus waren. Manche Menschen verbreiteten Informationen ausländischer Rundfunksender, druckten Flugblätter und verteilten sie. Andere halfen verfolgten Juden, Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeitern. Und einige versuchten, Hitler zu stürzen, um seine verbrecherische Herrschaft und den Krieg zu beenden.

Festvortrag und Filmvorführung
Den Festvortrag zur Ausstellungseröffnung am 30. Oktober auf dem Schwanberg wird Dr. Axel Smend, Sohn des Widerstandskämpfers Günther Smend und Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung 20. Juli 1944 halten. Sr. Heidrun Perpetua Schörk, Priorin der Communität Casteller Ring, und Fürst Albrecht zu Castell-Castell, Schirmherr der Ausstellung, werden Grußworte sprechen. Den musikalischen Rahmen gestalten Dr. Georg Feser und Sofie Feser, Kitzingen, im Anschluss an den offiziellen Teil der Eröffnungsfeier laden die Veranstalter zu einem Umtrunk und einem Gang durch die Ausstellung ein. Um 19.30 Uhr steht außerdem die Vorführung von „Menschliches Versagen“ auf dem Programm, einem Film von Michael Verhoeven über die Enteignung der Juden.

Lesung aus Briefen der Widerstandskämpfer von Moltke
Am Sonntag, 8. November, findet die Lesung "Außer dem Leben können sie dir ja nichts nehmen“ im Rahmen der Ausstellung statt. Claudia Schwartz und Jan Uplegger (Berlin) tragen aus dem bewegenden Briefwechsel des Widerstandskämpfers Helmuth James von Moltke und seiner Frau Freya von Moltke vor. Die Lesung beginnt um 18 Uhr im Großen Saal im Schloss Schwanberg. Der Eintritt ist frei, eine Spende wird erbeten.

29.10.2015 / ELKB / Poep / Schwanberg