Martin-Lagois-Fotowettbewerb

Ausstellung der Preisträger in Nürnberg

Alessandra Schellnegger, Landesbischof Bedford-Strohm, Andy Spyra (von links nach rechts)

Preisverleihung im Nürnberger Presseclub (v.l.n.r.): Fotografin und Trägerin des Martin Lagois-Preises Alessandra Schellnegger, Landesbischof Bedford-Strohm, Fotograf und Träger des Lagois-Förderpreises Andy Spyra.

Bild: Evangelischer Presseverband (EPV)

Beim Lagois-Fotowettbewerb 2014 sind Alessandra Schellnegger und Andy Spyra prämiert worden. Landesbischof Bedford-Strohm hat die Preise in Nürnberg überreicht, wo die Bilder aktuell zu sehen sind.

Die 40-jährige Münchener Fotografin Alessandra Schellnegger hat für ihre Reportage über „Das Bürohaus Gottes“ den mit 3000 Euro dotierten diesjährigen Martin-Lagois-Fotopreis erhalten, der in Hagen geborene Fotograf Andy Spyra wurde mit dem mit 2000 Euro dotierten Förderpreis für sein Projekt „Exodus“ prämiert. Landesbischof Heinrich-Bedford-Strohm hat die Auszeichnungen unlängst im Marmorsaal des Nürnberger Presseclubs überreicht.

Die preisgekrönten Arbeiten sind derzeit im ehemaligen Gewerbemuseum in Nürnberg zu sehen - eine lohnenswerte Schau, wie der Evangelische Presseverband (EPV), der den Fotowettbewerb ausrichtet, unterstreicht. In Ihrer Fotoreportage mit dem Titel ,Das Bürohaus Gottes' dokumentiere die Fotografin Schellnegger "unterschiedlichste Glaubensgemeinschaften aus aller Welt, die sich unter einem Dach hinter der Fassade eines unscheinbaren Bürogebäudes im Münchener Stadtteil Obersendling versammeln. "In jeder Etage trifft man auf eine andere Kultur", beschreibt der EPV, "unterschiedlichste Religionen aus aller Welt beten hier Tür an Tür."

Unaufdringlicher Blick in die menschliche Seele

Im diesem, von Schellnegger sensibel registrierten Mikrokosmos werde, so EPV, im friedlichen Nebeneinander Woche für Woche der Glaube zelebriert - in all seinen Facetten und Ausprägungen. "Alessandra Schellneggers Bilder bestechen durch die Nähe, die sie zu ihren Motiven schafft. Sie kommt den Menschen unaufdringlich nahe, blickt in ihre Seele, ohne diese zu verletzen. Schellnegger beobachtet ihr Sujet genau - und dokumentiert humorvoll die kleinen Verschiebungen und Irritationen, die zum Leben gehören."

Religion aus einem besonderen Blickwinkel beleuchtet auch das Werk des Hagener Fotografen Andy Spyra. Mit der Auszeichnung des Lagios-Förderpreises realisierte Spyra im August dieses Jahres sein Fotoprojekt „Exodus“ in der Türkei. "Er hat die dort verbliebenen Christen getroffen und deren schwierige Situation zwischen tiefer religiöser, geschichtlicher und kultureller Verbundenheit mit der Region und ihrer gleichzeitig zunehmenden Diskriminierung und Perspektivlosigkeit dokumentiert", erläutert der EPV. Zwischen Istanbul und Yerevan, zwischen Georgien und dem Van-See, rund um den Ararat sei Spyra diesen Spuren nachgegangen und habe sich den Menschen fotografisch genähert in einer uralten Kulturregion, die heute durch eine Grenze zerteilt ist und damit stellvertretend für die türkisch-armenische Tragödie steht.

An dem diesjährigen Martin-Lagois-Fotowettbewerb haben sich über 100 Fotografien aus ganz Deutschland beteiligt. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit einer Wanderausstellung verbunden. Zur Jury zählen die Nürnberger Fotografieprofessorin Yvonne Seidel, der Berliner Fotograf Stéphane Lelarge sowie Thomas Mäder von der Bildagentur Corbis. Der Preis erinnert an den bayerischen Fotografen und Medienpfarrer Martin Lagois (1912-1997) und hat zum Ziel, die Bildberichterstattung zu Kirche, Diakonie und Religion zu fördern.

Die derzeit laufende Ausstellung im ehemaligen Gewerbemuseum in Nürnberg mit den Arbeiten der diesjährigen Preisträger, der Münchner Fotografin Schellnegger und des Hagener Fotografen Spyra, ebenso wie einer kleinen Auswahl weiterer eingereichter Bilder gibt es noch bis Sonntag, 9. November, zu sehen. Die Schau ist geöffnet montags bis freitags in der Zeit von 7 bis 22 Uhr sowie samstags und sonntags jeweils von 8 bis 22 Uhr und kann ausgeliehen werden.


08.10.2014 / ELKB / Poep
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