Anti-Terror-Demostration

Anschläge sind "Gotteslästerung"

500 Menschen waren zu der Kundgebung „Steh auf gegen Haß und Gewalt" gekommen, zu der Münchens Muslime eingeladen hatten. Unter den Rednern: der Landesbischof.

Für ein deutliches Nein zu religiös motivierter Gewalt hat sich Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei der Kundgebung "Steh auf! Gegen Hass und Gewalt" am Freitag in München ausgesprochen.

Es sei im Christentum genauso wie im Islam "Gotteslästerung, wenn man den Namen Gottes verwendet, um Hass und Gewalt zu verbreiten", betonte Heinrich Bedford-Strohm. Er forderte von allen Religionsgemeinschaften, sich selbstkritisch mit den Texten auseinanderzusetzen, die als Begründung für Gewalttaten missbraucht würden. "Wir sind heute hier, weil wir sagen: Die Liebe wird stärker sein als der Hass!", so der evangelische Theologe.

Imam Benjamin Idriz, Vorsitzender des Münchner Forum für Islam, sagte die "unmenschliche Tat" von Paris zeige, dass die Muslime "noch lauter und deutlicher über die Menschlichkeit des Islam sprechen und allen widersprechen müssen, die diese Werte zerstören". Religion sei nicht da, um Konflikte zu schüren, sondern um sie zu heilen. "Wir wehren uns dagegen, dass der Hass aus anderen Regionen der Welt hierher gebracht werden soll, und arbeiten für ein friedliches Miteinander in Europa, in Deutschland und München, wo wir zuhause sind", so Idriz.

Schweigemarsch durch die Innenstadt

Zu der Kundgebung auf dem Geschwister-Scholl-Platz an der Münchner Uni hatten das Münchner Forum für Islam (MFI) und zahlreiche weitere muslimische Gemeinden als Reaktion auf die Anschläge in Paris aufgerufen. Nach der Kundgebung zogen die Teilnehmer in einem Schweigemarsch durch die Innenstadt.


22.11.2015 / epd
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