Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen

Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens

Das Bild zeigt Vertreter verschiedener Kirche bei der Feier des Gorttesdienst

In ökumenischem Geist vereint: (v.l.) Oberkirchenrat Hans-Martin Weiss, Pastor Hyun Chul Won, Prälat Dr. Bertram Meier, Superintendent Wolfgang Rieker und der Bischöfliche Vikar Apostolos Malamoussis im Gottesdienst auf der Delegiertenversammlung

Bild: Stettner

Was ist gerecht und was können die christlichen Kirchen zu Frieden und Gerechtigkeit beitragen? Damit hat sich die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen bei ihrer Delegiertenkonferenz beschäftigt.

Ausgangspunkt war die Vollversammlung des Weltkirchenrates, die im Herbst 2013 im südkoreanischen Busan stattgefunden und zu einem „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens" aufgerufen hatte.

Wie präsent das Thema Gerechtigkeit bei der Vollversammlung war, zeigten die Schilderungen zweier Teilnehmer der Bayerischen Delegation. Exemplarisch erzählten sie von der Begegnung mit dem Pfarrer der Insel Tuvalu, die massiv vom Klimawandel betroffen sei „Euer Lebensstil lässt uns untergehen“, hatte dieser geklagt.

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Wie unterschiedlich Gerechtigkeit im Rechtswesen, der sozialen Arbeit und der Umweltwissenschaften verstanden wird und welch unterschiedliche Fragestellungen sich hieraus ergeben, das zeigten Petra Strohbach, Leitende Generalstaatsanwältin bei der Generalstaatsanwaltschaft München, Günter Miß, Fachdienstleiter der Sozialen Dienste bei der Caritas in Freising sowie Professor Wolfgang Haber vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München in kurzen Impulsen zum Thema.

Keine Almosen - Beteiligung

Einen Paradigmenwechsel in der Bemessung des Wohlstands oder der Armut eines Menschen forderte Professor Markus Vogt, LMU München. Neben der Kaufkraft müssten auch der Bildungsstand und die Lebenserwartung berücksichtigt werden. Die Prinzipien der Demokratie - Freiheit, Gleichheit und Solidarität – ständen in Spannung zu einander und gehörten gleichzeitig zusammen. Freiheit ohne Solidarität zerstöre sich selbst, während die Gleichheit den notwendigen Rahmen für Solidarität und Freiheit böte. Vogt forderte eine Beteiligungsgerechtigkeit, die keine Almosen verteile, sondern Menschen gesellschaftlich integriere.

Im zweiten Teil der Tagung beschäftigte sich die Delegiertenkonferenz mit friedensethischen Konzeptionen. Während Jakob Fehr vom Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee alle Kirchen aufforderte, Friedenskirchen zu sein, entfaltete Prof. Dr. George Tamer, Theologe und Islamwissenschaftler in Erlangen, ausgehend von den unzähligen Friedensbitten der orthodoxen Liturgie das orthodoxe Verständnis von Frieden.

Hans-Martin Weiss aus dem Vorstand verabschiedet

Den gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst feierten die Delegierten zusammen mit Vertretern der Koreanischen Gemeinde München, Pastor Hyon Chul Won und dem sangesstarken Chor der Gemeinde. In einer Dialogpredigt verabschiedeten sich Regensburgs Regionalbischof Hans-Martin Weiss und Wolfgang Rieker (Evangelisch-methodistische Kirchen) aus dem Vorstand der Delegiertenkonferenz. Weiss, der 13 Jahre lang im Vorstand den ACK Bayern geprägt hatte und nun aus persönlichen Gründen das Amt niedergelegt hat, wird der Delegiertenkonferenz auch weiterhin angehören.

Die ACK Bayern

Der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) ist Teil der weltweiten Ökumenischen Bewegung, deren Ziel die Überwindung der Kirchenspaltung und die gemeinsame Wahrnehmung der Aufgaben der Kirche Jesu Christi in der Welt ist. Der ACK Bayern gehören achtzehn Kirchen und kirchliche Gemeinschaften sowie vier ökumenische Basisorganisationen an. Drei weitere Kirchen sind Gäste. Die Delegierten der ACK in Bayern treffen sich regelmäßig zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch, zur Planung gemeinsamer Projekte und zum Gebet. Miteinander beraten sie Fragen des Glaubens und des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens.


04.02.2015 / Anne Lüters