Vesperkirchen

Zum Mittagessen in die Kirche

Menschen in der Vesperkirche Schweinfurt

Mittagessen in der Vesperkirche Schweinfurt im letzten Jahr.

Bild: (c) Axel Mölkner-Kappl

In Schweinfurt und erstmalig auch in Nürnberg werden am Samstag, 17. Januar die Vesperkirchen ihren Betrieb aufnehmen und täglich ein warmes Mittagessen anbieten.

Rund 600 Portionen Mittagsessen täglich, damit rechnen die Organisatoren der Vesperkirchen in Schweinfurt und Nürnberg. Eine große Aufgabe, die ohne die freiwilligen Helfer nicht umsetzbar wäre.

In Schweinfurt geht die Vesperkirche vom 17. Januar bis zum 7. Februar bereits in die zweite Runde. Die Kooperationspartner Kirchengemeinde Schweinfurt-St. Johannis und Diakonisches Werk Schweinfurt e. V. erwarten, wie im letzten Jahr, einen hohen Zuspruch und rechnen im Laufe der 22 Tage wieder mit rund 10.000 Gästen in der St. Johanniskirche am Martin-Luther-Platz im Herzen der Stadt.

Eingeladen Platz zu nehmen ist jeder der möchte, über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg. Deshalb wird das Essen für nur 1,50 Euro für Erwachsene und 50 Cent für Kinder angeboten, niemand soll ausgeschlossen werden. Darüber hinaus werden viele beratende, sozialdiakonische und seelsorgerliche Angebote gemacht.

Rund 250 Ehrenamtliche waren in Schweinfurt im vergangenen Jahr insgesamt 4500 Stunden im Einsatz, sie haben an 22 Tagen 10.686 Essenportionen und 500 selbstgebackene Kuchen ausgegeben. Mit weniger rechnen die Organisatoren auch in diesem Jahr nicht.

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Premiere in Nürnberg

Vom17. Januar bis 28. Februar wird die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche in Nürnberg für sechs Wochen zu einem Wohn- und Esszimmer für alle umfunktioniert werden. Neben einem Mittagessen für einen symbolischen Euro, werden Servicedienstleistungen wie Frisöre oder ärztliche Beratung angeboten. Die Vesperkirche soll ein Raum sein, in dem sich bedürftige Menschen und Menschen, die eine gut bezahlte Arbeit haben, bei einer Tasse Kaffee oder Tee begegnen können.

Neben Gesprächen, Andachten, Mahlzeiten und Hilfsangeboten, wird die Vesperkirche in Nürnberg, meist Sonntagabends, ein ausgesuchtes Kulturprogramm bieten. Alle Künstlerinnen und Künstler verzichten auf ihr Honorar. Die Besucher können statt des Eintritts, am Ausgang eine Spende für den Betrieb der Vesperkirche geben. Besonders glücklich sei man deshalb, dass das Staatstheater Nürnberg als offizieller Kulturpartner gewonnen werden konnte. "Kultur macht den Menschen aus. Kultur ist ein Lebensmittel. Als großer kultureller Tanker in der Region ist uns klar, dass wir auch eine gesellschaftliche Verantwortung haben", sagte Klaus Kusenberg, Schauspieldirektor des Staatstheaters. Man wolle Flagge zeigen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Das Staatstheater wird fünf kostenlose Benefizkonzerte ausrichten.

Auch in Nürnberg ist die Vesperkirche nur möglich Dank der Hilfe Freiwilliger. Sie wird ausschließlich über die Zuwendungen von Sponsoren und Spenden finanziert. Nach Hochrechnungen auf der Basis der Erfahrungen aus Baden-Württemberg ergibt sich ein Finanzbedarf von etwa 200.000 Euro für den 42-tägigen Betrieb der Vesperkirche. Auch Sach- und Kuchenspenden sind jederzeit herzlich willkommen.


12.01.2016 / Sandra Kaufmann/ Vesperkirche Schweinfurt/ Vesperkirche Nürnberg