Nürnberg

Spendenaktion gegen Kinderarmut

Hilfe für Familien

Unbürokratisch und schnell: "Erste Hilfe gegen Armut" in Familien.

Bild: franckreporter

Die Stadtmission Nürnberg ruft zu Weihnachtsspenden für Familien in prekären Verhältnissen auf. Die Spendeneinnahmen kommen der Initiative "Erste Hilfe gegen Armut" zugute.

Manchmal muss Familienhilfe schnell und unbürokratisch sein. „Wenn der Wohnraum viel zu klein ist, das Einkommen trotz Arbeit hinten und vorne nicht reicht und dann noch Krankheit oder eine ungeplante Anschaffung hinzukommen, stoßen Eltern immer wieder an ihre Grenzen“, sagt die Leiterin Renate Daum, Leiterin der "Ambulanten Erzieherischen Hilfen" der Stadtmission Nürnberg. Vor allem Kinder trifft das besonders hart, weil sie genau spüren, wie sehr die Sorgen ihre Eltern belasten. Sie fühlen sich machtlos, weil sie nichts daran ändern können.

Deshalb ruft die Stadtmission Nürnberg ruft zu der Weihnachtsspenden für Familien in schwierigen finanziellen Situationen auf. Im Rahmen der Initiative "Erste Hilfe gegen Armut" erhalten Familien und andere Bedürftige schnelle finanzielle Hilfe in akuten Notsituationen. "Wir kommen gar nicht dazu, nach langfristigen Problemlösungen in den Familien zu suchen, bevor nicht geklärt ist, wie in nächster Zeit der Alltag bezahlt werden kann", sagte Renate Daum, bei der Vorstellung der Spendenaktion in Nürnberg.

Die "Ambulante Erzieherische Hilfe" ist eine Einrichtung der Stadtmission in der Familien unbürokratisch finanzielle Hilfe in Notsituationen erhalten. "Geht der Kühlschrank kaputt, ein Schulausflug steht an, kommen Familien mit Hartz IV schnell inSchwierigkeiten", sagte Daum. Viele Kinder in diesen Familien trauten sich deshalb schon gar nicht mehr, ihre Eltern nach Geld zu fragen. Das sei ist belastend für sie und ziehe weitere Probleme nach sich. Für solche Fälle sei die "Erste Hilfe gegen Armut" da.

Renate Daum und ihr Team von der"Ambulanten Erzieherischen Hilfe" sorgen mit der Inititative für ein kindgerechtes Umfeld und die Förderung der Kinder. "Wir sind keine Geldausgabestelle, trotzdem gibt es Situationen in denen schon ein kleiner Geldbetrag in den Familien ganz neue Perspektiven schaffen kann. Eine Mitgliedschaft im Schwimmverein, ein Wintermantel das ist kein Luxus, wenn wir das mal finanzieren", erklärte Wolfgang Tereick, Vorstand der Stadtmission Nürnberg.

Im letzten Jahr haben rund 5.000 Menschen bei der Stadtmission um finanzielle Hilfe gebeten. Den Bedarf allein in der "Ambulanten Erzieherische Hilfe" gibt die Stadtmission mit 5.000 bis 10.000 Euro pro Jahr an. Die Stadtmission ruft traditionell an Weihnachten zu einer Spende für "Erste Hilfe gegen Armut" auf. 2014 hatte die Stadtmission Nürnberg bei ihrer Weihnachtsspendenaktion 130.000 Euro eingenommen. In diesem Jahr werden 9.500 Haushalte angeschrieben.

23.11.2015 / epd/ Stadtmission Nürnberg
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