Ehrenamtspreis 2015

Rund um die Uhr im Einsatz

Notfallseelsorge

Notfallseelsorge der ELKB mit Karl Mehltretter (links, stellv. Sprecher Fachbeirat Ehrenamt).

Bild: afg/Kirchmeyer

Der Ehrenamtspreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wurde in diesem Jahr an vier Projekte verliehen. Wir stellen die Projekte vor: Notfallseelsorge Bayern (NFS).

In ökumenischer Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen aus den Kirchengemeinden, ist die Notfallseelsorge an jedem Tag rund um die Uhr zu erreichen. Die Unterstützung gilt sowohl Opfern und ihren Angehörigen als auch den Einsatzkräften. Per Funk von Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei alarmiert, kommen Seelsorgerinnen und Seelsorger umgehend zu den Notfallorten. Dort stehen sie in Abstimmung mit der Einsatzleitung für erste Fragen und Bedürfnisse von unverletzten Beteiligten, von Verletzten und Angehörigen oder technischen sowie medizinischen Einsatzkräften zur Verfügung. Sie sind da für Unfallopfer oder durch Notfälle direkt geschädigte Menschen, für unverletzte Beteiligte, Unfallzeugen und Angehörige der primär Geschädigten. Sie übernehmen oder begleiten das Überbringen von Todesnachrichten und beten für Sterbende und Tote.

Mehr zum Thema

Es wäre nicht möglich, die Notfallseelsorge alleine mit Hauptberuflichen zu bewerkstelligen. Sie bringen ihre eigenen beruflichen Hintergründe, Lebenserfahrungen und ihre spezielles Engagement mit ein. Dadurch prägen sie die Notfallseelsorge und vertreten auf ihre ganz eigene Art die Kirche in der Öffentlichkeit. Ehrenamtliche und Hauptberufliche sind in der Notfallseelsorge weitgehend gleichgestellt und erhalten dieselbe Begleitung, Qualifizierung und Fortbildung. Die Ehrenamtlichen arbeiten im Einsatz komplett eigenständig und selbstverantwortlich. Die Notfallseelsorge profitiert erheblich vom Engagement und von der Begeisterung der Ehrenamtlichen.

In der Notfallseelsorge in Bayern wird das allgemeine Priestertum gelebt. Das ist zum einen eine Reaktion auf die Gegebenheiten (nicht ausreichend Hauptberufliche), zum anderen wird deutlich, welche Bereicherung Ehrenamtliche darstellen. Für preiswürdig hält der Fachbeirat Ehrenamt "die Gleichwertigkeit der Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen, die durch gleiche Rahmenbedingungen entsteht. Hervorzuheben sind außerdem die Besonderheiten, unter denen das Engagement stattfindet: belastende Situationen, Zeitpunkt des Einsatzes ist nicht berechenbar, Verfügbarkeit rund um die Uhr. Bemerkenswert ist auch die ökumenische Zusammenarbeit im Bereich der Notfallseelsorge."

21.12.2015 / Sandra Kaufmann