UN-Klimakonferenz 2015

"Wir sind auf dem richtigen Weg"

Paula Gröhe

Theologiestudentin Paula Göhre über ihr Fazit zum Klimagipfel.

Bild: Brigitte Vordermayer

Als Vertreterin Europas war die Münchner Theologiestudentin Paula Göhre (24) im Auftrag des Lutherischen Weltbunds hautnah bei der UN-Klimakonferenz in Paris dabei und zieht eine positive Bilanz.

Was halten Sie von den Ergebnissen?
Göhre: Zunächst bin ich wirklich glücklich über das Pariser Abkommen. Das erste Mal in der Geschichte hat sich die Welt auf einen globalen Klimavertrag geeinigt. Alle Staaten sprechen sich dafür aus, dass der Klimawandel ein Problem der Gegenwart und nicht der fernen Zukunft ist - und, dass wir Menschen unser Verhalten drastisch ändern müssen, um diese Welt zu bewahren. Als zweites hoffe ich sehr, dass dieser Vertrag als ein Sprungbrett benutzt wird, die unterschriebenen Ziele umzusetzen. Der Geist von Paris muss aufrechterhalten werden, um sich weiter kontinuierlich für eine klimagerechte Welt einzusetzen.

Wie haben Sie die Stimmung und die Verhandlungen vor Ort empfunden?
Göhre: Die Verhandlungen der ersten zehn Tage waren meist offen, und wir konnten als Beobachter teilnehmen. Die Stimmung war erst positiv, nach den durchaus hoffnungsvollen Worten der Staatschefs zu Beginn. Dann änderte sich die Strategie der Verhandelnden und bilaterale Gespräche wurden mit den einzelnen Partnern hinter verschlossenen Türen geführt. Jetzt war es für uns schwieriger, an Informationen zu kommen. Man konnte die Anspannung überall spüren - aber auch die Hoffnung, dass trotz Verlängerung noch ein positiver Klimavertrag entstehen kann.

Wie lautet nach Paris Ihr persönliches Fazit auf die Frage, wie der weltweite Klimawandel verhindert werden kann?
Göhre: Abgesehen davon, dass sich die mehr als 190 Staaten verpflichtet haben, etwas tun zu müssen, liegt es an jedem einzelnen von uns, sein Konsumverhalten zu überdenken und sich für eine gerechtere und klimasichere Erde einzusetzen. Nur so können wir auch in einer friedlichen Welt leben.
Der Klimamarsch in Paris wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt - doch fand rund um den Erdball der größte Klimamarsch aller Zeiten statt. 785.000 Menschen standen dabei in 175 Ländern für Klimagerechtigkeit ein. Diesen Klimamarsch sehe ich als wichtiges Symbol: In der Zivilgesellschaft tut sich was, wir sind auf dem richtigen Weg!


16.12.2015 / epd
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