Gedenktag

Erinnern und Gedenken

Rose auf dem Holocaustmahnmal in Berlin.

„Erinnerung muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen."

Bild: Frank van den Bergh

Vor 71 Jahren: Am 27. Januar wird das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. In Deutschland ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus seit 1996 gesetzlich verankert.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an alle Opfer des totalitären Nazi-Regimes. Die Vereinten Nationen haben den 27. Januar im Jahr 2005 zum "Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust" erklärt. In vielen Gemeinden und an vielen Orten wird an dem Gedenktag an die Gräueltaten erinnert.

Gedenkfeier in Nürnberg

Die zentrale Gedenkfeier in Nürnberg am Mittwoch, 27. Januar, wird unter der Federführung des evangelischen Dekanats zusammen mit der Israelitischen Kultusgemeinde, der katholischen Stadtkirche und der Stadt Nürnberg veranstaltet. Um 19.30 Uhr findet in der Reformationsgedächtniskirche eine ökumenische Gedenkveranstaltung statt, die von Schülerinnen und Schülern der Rudolf-Steiner-Schule in Nürnberg vorbereitet wurde. Das Schulorchester übernimmt die musikalische Gestaltung.

„Erinnerung muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken“, so hatte Roman Herzog im Jahr 1996 die Einführung des Holocaust-Gedenktages begründet. In der Reformationsgedächtniskirche hat dieses Gedenken in Nürnberg seinen Ort. Junge Leute setzen sich mit der Geschichte auseinander und zeigen, welche Konsequenzen sie daraus für die Zukunft ziehen.

Zeitzeugengespräch in Dachau

In Dachau findet am Mittwoch, 27. Januar um 19 Uhr, im Ludwig-Thoma-Haus, ein Zeitzeugengespräch mit Naum Chejfez statt. Chejfez wurde 1923 in Minsk/Belarus geboren. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 wurde in Minsk ein Ghetto errichtet, in dessen Gebiet auch das Wohnhaus der jüdischen Familie Chejfez lag. Seine Mutter und seine beiden Schwestern wurden im Ghetto ermordet. Er selbst wurde 1943 ins KZ Majdanek verschleppt. Sein Leidensweg führte über die Außenlager Budzyn und Radom und das KZ Auschwitz in die Lager Vaihingen und Hessental in Württemberg, die zum System des KZ Natzweiler gehörten. Von dort wurde der junge Mann schließlich im April 1945 im Zug Richtung Dachau abtransportiert und dann nach kurzem Aufenthalt in Karlsfeld weiter in Richtung Tirol. Dabei konnte er die Häftlinge des Todesmarsches beobachten, die neben dem Zug liefen. Unterwegs wurden die Häftlinge von US-amerikanischen Soldaten befreit. Naum Chejfez kehrte in seine Heimat zurück und lebt heute in Minsk.

Stolpersteine in Regensburg

Harro Renner, Mitglied der Arbeitsgruppe „Stolpersteine“ im Evangelischen Bildungswerk Regensburg e.V., führt an diesem besonderen Gedenktag zu ausgewählten Stolpersteinen durch die Regensburger Innenstadt. Ziel ist es, an die von der Nazi-Diktatur ausgegrenzten, verfolgten und ermordeten Menschen zu erinnern. Stolpersteine schaffen Erinnerungsorte und sollen den Opfern einen Platz im Gedächtnis der Stadt geben.

19.01.2016 / kerygma
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