Nürnbergs erste Vesperkirche

Dringend Helfer gesucht!

Nürnbergs erste Vesperkirche sucht ehrenamtliche Helfer

Die Vesperkirche in Nürnberg rechnet mit 600 Essen pro Tag.

Bild: Vesperkirche Nürnberg

Die Idee: Der Kirchenraum, der wichtigste Raum einer Gemeinde, wird im Winter offen und gastlich bereitet. Ein Ort, an dem Menschen eine warme Mahlzeit, warme Getränke und viele Angebote vorfinden.

Die Organisatoren der ersten Nürnberger Vesperkirche suchen dringend Ehrenamtliche und Sponsoren. "Wir brauchen zwischen 400 und 600 Personen, die sich für die Vesperkirche engagieren", sagte Christian Kopp, Dekan im Prodekanat Nürnberg Süd. Bisher habe das Projekt mehr als 100 ehrenamtliche Mitarbeiter gefunden.

Vom 17. Januar bis 28. Februar 2016 soll die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche für sechs Wochen zu einem Wohn- und Esszimmer für alle umfunktioniert werden. Neben einem Mittagessen für einen symbolischen Euro, werden Servicedienstleistungen wie Frisöre oder ärztliche Beratung angeboten. Die Vesperkirche soll ein Raum sein, in dem sich Bedürftige und Menschen, die eine gut bezahlte Arbeit haben, bei einer Tasse Kaffee oder Tee begegnen können.

Die Vesperkirche, mit geplanten 600 Essen pro Tag, wird zwischen 200.000 und 220.000 Euro kosten. Die Finanzierung des Projektes soll über Spenden und Sponsoren sowie über das lokale Kirchgeld erfolgen. Schirmherren der Vesperkirche in Nürnberg sind Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) und der bayerische Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU).

Leider gestalte sich die Sponsorensuche "nicht gerade glücklich", so Bernd Reuther, Pfarrer der Gustav-Adolf Gedächtniskirche. "Bei den großen, ansässigen Unternehmen habe ich mir eine rote Nase geholt", so Reuther.

Neben Gesprächen, Andachten, Mahlzeiten und Hilfsangeboten, wird die Vesperkirche, meist Sonntagabend, ein ausgesuchtes Kulturprogramm bieten. Alle Künstlerinnen und Künstler verzichten auf ihr Honorar. Die Besucher können statt des Eintritts, am Ausgang eine Spende für den Betrieb der Vesperkirche geben. Besonders glücklich sei man deshalb, dass das Staatstheater Nürnberg als offizieller Kulturpartner gewonnen werden konnte. "Kultur macht den Menschen aus. Kultur ist ein Lebensmittel. Als großer kultureller Tanker in der Region ist uns klar, dass wir auch eine gesellschaftliche Verantwortung haben", sagte Klaus Kusenberg, Schauspieldirektor des Staatstheaters. Man wolle Flagge zeigen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Das Staatstheater wird fünf kostenlose Benefizkonzerte ausrichten.

Nürnberg hatte sich bereits 2013 um eine Anschubfinanzierung des Diakonischen Werks für den Aufbau der ersten bayerischen Vesperkirche beworben. Den Zuschlag über einen Betrag von 45.000 Euro hatte damals die Schweinfurter St. Johanniskirche erhalten. Als erste Vesperkirche in Bayern öffnete sie Anfang 2015 ihre Türen und empfing rund 10.600 Gäste. Vesperkirchen sind in Baden-Württemberg schon seit 20 Jahren fester Bestandteil der Kirchenlandschaft.


22.10.2015 / epd/ Vesperkirche Nürnberg
drucken