Equal Pay Day

Der Gerechtigkeit nachjagen

Equal Pay Day

Das Schwerpunktthema des EPD 2016 lautet Berufe mit Zukunft.

Bild: Inga Haar/ EPD

Die evangelischen Frauen und die Diakonie in Bayern beklagen gemeinsam in einer Stellungnahme eine ungerechte Bezahlung von Männern und Frauen im Beruf.

Die Evangelischen Frauen in Bayern (EFB), die Frauengleichstellungstelle der ELKB (fgs) und das FrauenWerk Stein e.V. in der ELKB werden bei ihrem Aufruf  von der Diakonie Bayern und dem  Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda) unterstützt. Anlässlich des „Equal Pay Day“ am 19. März heißt es in der Stellungnahme, Männer und Frauen sollten „der Gerechtigkeit nachjagen“, damit sie „an allen Lebensbereichen gleichberechtigt teilhaben“. Die Frauengleichstellungsbeauftragte der evangelischen Kirche in Bayern, Johanna Beyer, nannte es am Wochenende „einen Skandal, dass immer noch Einkommensgerechtigkeit angemahnt werden muss“.

Frauen verdienen brutto pro Stunde durchschnittlich rund ein Fünftel (22 Prozent) weniger als Männer. Diese Entgeltlücke (Gender Pay Gap) hat sich seit Mitte der 1990er Jahre nur wenig verändert. Beyer mahnte, mit der Geschlechtergerechtigkeit gehe es zugleich um den Wert der Arbeit und die Würde der Arbeitenden.

Grundlage und Ausgangspunkt eines christlichen Verständnisses von Arbeit ist die Würde eines jeden Menschen und seine Berufung, am Schöpfungswerk Gottes aktiv teilzunehmen, heißt es in der Stellungnahme der Frauenverbände. Arbeit bezieht ihren Wert vom Menschen, der sie verrichtet. Nach christlicher Auffassung ist es ein Gebot der Gerechtigkeit, dass Frauen und Männern an allen Lebensbereichen gleichberechtigt teilhaben. Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit sind folglich zentrale Anliegen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, ihrer Einrichtungen und Werke.

Frauen und Männer sind daher gleichermaßen aufgefordert, sich dafür einzusetzen. In seinem Papier kritisiert das Bündnis: „Eine direkte und indirekte Diskriminierungsstrategie in der Arbeitswelt ist Ausdruck einer Kultur, die Männern einen grundsätzlichen Vorrang einräumt.“ „Prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Minijobs, Auswirkungen geschlechterstereotyper Rollenbilder bei der Arbeitsbewertung tragen wesentlich zur Entgeltlücke bei“, erklärte die Sozialwissenschaftlerin Nina Golf vom kda. Der „Equal Pay Day“ bezeichnet symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um auf das gleiche durchschnittliche Jahresgehalt zu kommen wie Männer. Er fällt in diesem Jahr auf den 19. März und liegt damit einen Tag früher als 2015 - geschuldet der Tatsache, dass 2016 ein Schaltjahr ist.


17.03.2016 / epd/kda
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