Ehrenamtspreis

"Der Reichtum der Kirche"

Ehrenamtspreis

Die Preisträger des Ehrenamtspreises 2015 mit Vizepräsident der Landessynode Hans Stiegler, Regionalbischöfin Gisela Bornowski sowie Vertretern des Fachbeirats Ehrenamt und seiner Geschäftsstelle.

Bild: afg/Kirchmeyer

Regionalbischöfin Gisela Bornowski ehrte in Schweinfurt vier Initiativen mit dem Ehrenamtspreis 2015 der Landeskirche.

Ehrenamtliche sind der Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski zufolge "ein Reichtum für unsere Kirche". Sie brächten ihre Ideen, ihre Fantasie, ihre Begabungen, ihre Kompetenzen mit ein, um die Liebe Gottes unter die Menschen zu bringen, sagte Bornowski am Samstag bei der Verleihung des Ehrenamtspreises 2015 der bayerischen evangelischen Landeskirche in der Schweinfurter St. Johannis-Kirche. Ehrenamtliche seien "längst nicht mehr nur Handlanger und Zuarbeiter" für Pfarrer, sie seien "nicht die Lückenbüßer für das, was Hauptamtliche nicht schaffen", sondern arbeiteten auf Augenhöhe mit.

Die Ausgezeichneten zeigten exemplarisch auf, was Ehrenamtliche in der Landeskirche alles leisten, "wie groß die Palette des Engagements ist, welcher Segen von ihnen ausgeht, in unsere Kirche hinein, in unsere Gesellschaft hinein", sagte Bornowski. Die wenigsten engagierten sich um der Ehre willen, sondern "weil sie einen Beitrag leisten wollen in unserer Kirche", weil sie etwas weitergeben wollten von dem, was ihnen selber Gutes widerfahren sei. "Gemeinsam sind wir Kirche", sagte die Regionalbischöfin: "Ohne Sie wäre unsere Kirche arm dran, wären wir Hauptamtlichen arm dran. Sie sind ein großer Schatz!"

Der Vizepräsident der Landessynode, der Ansbacher Dekan Hans Stiegler, wies darauf hin, dass das ehrenamtliche Engagement in der Kirche für "Lebendigkeit der Gemeinde Jesu, für die Stärkung des Zusammenhalts und für ein Klima des gelebten Miteinanders" sorge. Der Sprecherin des Fachbeirats Ehrenamt, Christa Bukovics, zufolge steht das Ehrenamt vor neuen Herausforderungen durch zunehmende gesellschaftliche Zersplitterung und die geringer werdende gemeinsame freie Zeit. Darum sei es notwendig, "sich über den eigenen Kirchturm hinaus gut abzustimmen und auch manches gemeinsam anzupacken".

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Ausgezeichnet wurden am Internationalen Tag des Ehrenamts (5. Dezember) vier Initiativen, die Ehrenamtliche fördern und begleiten, mit jeweils 1.000 Euro. Zu den Preisträgern gehören die Jungbläser-Ausbilder des CVJM Nürnberg-Gostenhof, die mit Schulungen vor Ort vor allem Jugendliche und junge Erwachsene zu Nachwuchslehrkräften ausbilden. Das Projekt "Kostenlose Deutschkurse für Asylsuchende, Geflüchtete und Interessierte" der Evangelischen Studierendengemeinde Passau erhält ebenfalls eine Auszeichnung. Ehrenamtliche Lehrkräfte geben kostenlosen Deutschunterricht.

Geehrt wird auch die Notfallseelsorge der Landeskirche für ihre Zusammenarbeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen. Sie seien in der Notfallseelsorge weitgehend gleichgestellt und erhielten dieselbe Begleitung und Qualifizierung. Für bemerkenswert hielt der Fachbeirat Ehrenamt auch die ökumenische Zusammenarbeit der Notfallseelsorge. Die "Lichtblicke in Bruck" der Kirchengemeinde St. Peter und Paul Erlangen erhalten einen weiteren Preis. Die Initiative organisiert eine Gabentreppe, Mittagstisch, Café und einen Kleiderladen, um Bedürftige zu unterstützen.


08.12.2015 / epd