Kampagne zum Buß- und Bettag 2015

Machtlos?

Plakat Bußtag

"Machtlos?" ist der Titel der diesjährigen Buß- und Bettagskampagne der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Bild: ELKB

Die Kampagne zum Buß- und Bettag widmet sich in diesem Jahr dem Gebet. Die provokante Frage dahinter: Ist das Gebet tatsächlich "machtlos"?

Unter dem Titel "Machtlos" stehen vielerorts am 18. November 2015 die diesjährigen Buß- und Bettagsgottesdienste. Der Buß- und Bettag lädt 2015 dazu ein, sich intensiver mit dem Gebet zu beschäftigen. Das Plakatmotiv fragt: „Was traue ich meinen Gebeten zu?“ und vielleicht stellt sich die Frage: „Wann habe ich zum letzten Mal gebetet?“ und "Wofür?"

Bei der Themenfindung des diesjährigen Kampagnen-Themas waren Fragen nach der Situation im Nahen Osten, wo tausende Menschen verfolgt und getötet werden, die Situation in der Ukraine, mit ihren militärischen Aktionen aber auch die vielen persönlichen Erfahrungen der Machtlosigkeit leitend.

Mehr zum Thema

"Mit dem Gebet ist es vielleicht wie mit der Liebe. Sie hat zwar keine Macht etwas durchzusetzen, aber sie kann alles verändern. Den Blickwinkel, die Mitmenschen, die Zukunft.", schreibt Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in seiner Einführung zum Thema auf der Kampagnen Webseite www.busstag.de. Dort finden sich zahlreiche Materialien und Impulse zur diesjährigen Themensetzung.

Im Internet-Chat steht der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, am Abend des 19. November von 20 bis 21 Uhr Rede und Antwort. Sein Thema: "Machtlos?"

Der Chat auf der busstag.de mit Hein ist Teil der Themenkampagne, mit der die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) und die Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit Plakaten, Anzeigen, Internetauftritten und weiteren Materialien Impulse zur persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema geben und auf die bleibende Bedeutung des kirchlichen Feiertags aufmerksam machen will.

Informationen zum Thema Buß- und Bettag

Buß- und Bettag

Die evangelische Kirche führt den Buß- und Bettag erstmals in Straßburg im Jahr 1532 als Reaktion auf die Türkenkriege ein, in den darauffolgenden Jahrhunderten setzt er sich zunehmend auch in anderen Regionen durch und wird im Jahr 1934 dann schließlich zum evangelischen Feiertag. Heute hat der Buß- und Bettag vor allem eine soziale Bedeutung, viele Ortsgemeinden nehmen ihn zum Anlass, auf sozio-ökologische Probleme hinzuweisen. Dass er in Deutschland, mit Ausnahme des Bundeslandes Sachsen, kein regulärer Feiertag mehr, ist hat im Übrigen auch sozialpolitische Hintergründe: Denn die Bundesregierung schaffte ihn im Jahr 1995 ab, um die Pflegeversicherung finanzieren zu können. Alles rund um den Buß- und Bettag gibt es auf der Microsite Kirchenjahr.

Kirchlicher Feiertag wurde zum politischen Zankapfel

Der Feiertag wurde vor einigen Jahren zum politischen Zankapfel: Der protestantische Buß- und Bettag, erstmals 1532 im mittelalterlichen Straßburg offiziell eingeführt, wurde 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern außer in Sachsen als gesetzlicher Feiertag ersatzlos gestrichen.

Der Bußtag hat seinen festen Platz im kirchlichen Festkalender jedoch nicht verloren. Viele Gemeinden laden meist am frühen Abend zu Andachten ein, um so auch Berufstätigen die Teilnahme zu ermöglichen. Die hohe Resonanz auf dieses Angebot belegt, dass der Bußtag im Leben vieler Menschen nach wie vor tief verwurzelt ist.

 


15.10.2015 / Kerygma mit Materialien von epd und busstag.de