Dekanat Augsburg

Neugestaltung der St. Anna Höfe

Architekturstudent Julian Heindl

Der Architekturstudent Julian Heindl erhielt die höchste Anerkennung und 500 Euro für seine Entwürfe zur Umgestaltung von Lutherhof und Leuthöfle in St. Anna.

Bild: Irmgard Hoffmann

Die Entwürfe der Studierenden des Masterstudiengangs Architektur der Hochschule Augsburg für die Neugestaltung der St. Anna Höfe sind prämiert worden.

Im Anschluss an die Generalsanierung sollen sie beiden Höfe, der Lutherhof und das Leutlehölfe, der St. Annakirche, im Herzen von Augsburg neu gestaltet werden. Sie sollen sich harmonisch in die Gesamtanlage einfügen und eine Atmosphäre zum Verweilen bieten.

Die Höfe sind ein wesentlicher Teil der Gesamtanlage von Kirche und ehemaligem Karmeliterkloster. Ursprünglich dienten sie als Friedhof für die Mönche und die Familien der Stadt. Historisch haben sie immer auch den geistlichen Charakter des Ensembles geprägt. Der Lutherhof bildet den Innenhof des Kreuzganges und war früher nur den Mönchen zugänglich. Das Leuthöfle war während der Klosterzeit der Zugang der Bevölkerung zur Kirche.

Die Kirchengemeinde St. Anna wurde bei der Ideenfindung durch die Hochschule Augsburg unterstützt. Zehn Studierende des Masterstudiengangs Architektur, unter Leitung von Professor Bernhard Irmler, entwickelten in einem Semesterprojekt Konzepte. Eine Jury, unter Vorsitz von Architekt Walter Bachhuber, hat die Entwürfe anschließend bewertet.

Prämierung der Entwürfe der Studierenden

Studenten ,© Irmgard Hoffmann
Die Jury zeichnete vier Studenten der Augsburger Hochschule beim Architektursemesterprojekts „Neugestaltung der St. Annahöfe“ mit besonderer Anerkennung aus: (von. li.) Architektin Gabriele Musil, Pfarrer Thomas Hegner, Professor Bernhard Irmler, Student Julian Heindl, Student Marius Prechtl, Student Thomas Geipel, Architekt Walter Bachhuber, Stadtdekanin Susanne Kasch, Student Yardimci Tarkan.

Der Entwurf für das Leuthöfle

Julian Heindl,© Irmgard Hoffmann
So stellt sich Julian Heindl in seinem Entwurf das Leuthöfle vor: Die Mauer zur Annastraße erhält einen zweiten Eingang. Der Raum gliedert sich durch zwei Ebenen und den Windfang zum Eingang der Kirche.

Der Entwurf für den Lutherhof

Lutherhof,© Irmgard Hoffmann
Julian Heindls Entwurf zur Neugestaltung des Lutherhofes bietet Ruhe und Klarheit. Zum Annacafé hin soll der Hof nach diesem Modell geöffnet werden. Der Jury stellte sich allerdings die Frage, ob der Hof so eher zum Verweilen oder zum Durchgehen einlädt.

Die höchste Anerkennung und 500 Euro erhielt Julian Heindl. Er hat sich bei seinem Entwurf von Psalm 1 inspirieren lassen: „Wohl dem … der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.“ Heindls Modell öffnet den Lutherhof zum Annacafé hin, integriert Sitzbänke, Bäume und Wasserläufe. Das Leuthöfle soll tagsüber von der Fußgängerzone her geöffnet sein. Den schmalen, schlauchartigen Hof lockert Heindl durch zwei Ebenen, beleuchtete Baumgruppen und strukturierte Bodenplatten auf. Der Eingang zur Kirche soll einen Windfang erhalten.

Architekt Walter Bachhuber bescheinigte allen Entwürfen große Qualitäten. „Je einfacher, zurückhaltender und klarer die Gestaltung, desto harmonischer die Lösung“, fasste Bachhuber das Ergebnis zusammen. Ein sehr behutsamer Umgang mit Raumstruktur und Oberflächen sei nötig. Neue Elemente sollten mit Vorhandenem nicht konkurrieren. Pflanzen und Wasser sollten integriert werden. Der Leuthof solle zu einem halböffentlichen Raum auf privatem Gelände werden.

Keines der vorgestellten Modelle wird jedoch vollständig umgesetzt werden. Stadtdekanin Susanne Kasch sieht dennoch einen großen Gewinn: „Wir haben nun ein ganz klares Bild was wir wollen und was nicht. Wir sind im Kopf geklärt.“ In einem nächsten Schritt soll ein Landschaftsarchitekt auf Grundlage der studentischen Entwürfe die konkrete Umsetzung entwickeln. Kasch wünscht sich, dass die Höfe noch in diesem Jahr fertig werden.

Die genauen Kosten für den Umbau der 400 qm großen Höfe stehen noch nicht fest. Nicolette Mauch, 2. Vorsitzende der Freunde von St. Anna, freut sich, dass der Förderverein bereits 40.000 Euro erhalten hat. Weitere Spenden seien sehr willkommen. Auch Veranstaltungen und den Benefizweihnachtsmarkt „Engel, Stern und Apfelbrot“ soll es wieder geben.


15.03.2016 / Evangelisch-Lutherisches Dekanat Augsburg
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