Schulstart 2015 in Bayern

470 Übergangsklassen für Flüchtlinge

Schulmädchen

Schulstart 2015 in Bayern: ab dem 15. September geht der Unterricht wieder los.

Bild: (c) iStockPhoto / VYCHEGZHANINA

109 300 ABC-Schützen starten in Bayern ins Schuljahr 2015/16. Dazu verbessert der Freistaat sein Bildungswesen – unter anderem durch den Ausbau von Angeboten für schulpflichtige Flüchtlinge.

„Der Unterricht ist zum Start ins neue Schuljahr 2015/2016 gesichert“, unterstrich Bayerns Bildungs- und Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle zum Schulstart 2015 in Bayern. Der Freistaat habe zum Schuljahr 2015/2016 über 4000 Lehrkräfte eingestellt, darunter rund 300 Fach- und Förderlehrkräfte an Allgemeinbildenden Schulen. Demgegenüber starten 109 300 ABC-Schützen in Bayern ins neue Schuljahr 2015/16, womit die Zahl der Einschulungen leicht rückläufig ist.

Klaus Buhl, Direktor des Religionspädagogischen Zentrums Bayern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern rechnet mit „mehr als 10 000 Schulanfangsgottesdienste“ für das neue Schuljahr. „Ungefähr 25 kirchliche und circa 300 staatliche Lehrerinnen und Lehrer beginnen damit neu ihre Arbeit im Fach Evangelische Religion“, so Buhl. Speziell im Fach Religion stünden zudem inhaltliche Neuerungen an: „Es gibt neue Lehrpläne unter dem Stichwort Kompetenzorientierung, das heißt, der Schüler, die Schülerin steht mit seinen und ihren Fähigkeiten und möglichen Kompetenzen im Mittelpunkt des Unterrichtens. Damit verbunden ist die Frage nach differenziertem Unterricht, auch im Blick auf die inklusive Schule. Weitere wichtige Themen sind konfessionell-kooperativer Religionsunterricht sowie interreligiöse Fragestellungen.“

Generell hat das bayerische Bildungswesen seine Angebote ausgeweitet, nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Flüchtlingskrise. Zu Beginn des Schuljahres 2015/2016, so Bildungsminister Spaenle, seien an Bayerns Grund- und Mittelschulen rund 470 Übergangsklassen für schulpflichtige Flüchtlinge und Asylbewerber vorgesehen; zum Auftakt des Schuljahres 2014/2015 seien es nur rund 300 gewesen. Um zusätzliche Übergangsklassen nach Beginn des Schuljahres bilden zu können, stünden zusätzliche Ressourcen bereit. In den Übergangsklassen lernen die jungen Menschen unter anderem Grundlagen der deutschen Sprache, um später am Regelunterricht teilzunehmen. Bayerische Realschulen und Gymnasien erprobten zudem an Modellschulen in München und Nürnberg, wie sie zugezogene Kinder und Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen, auch Flüchtlinge und Asylbewerber, zu dem von ihnen angestrebten Abschluss noch gezielter als bisher unterstützen können. Für noch nicht vollzeitschulpflichtige Kinder und Jugendliche würden vom Kultusministerium in den Erstaufnahmeeinrichtungen in München, Zirndorf, Regensburg und Deggendorf Deutschkurse eingerichtet.

Zusätzlich richte Bayern zum Schuljahr 2015/2016 für berufsschulpflichtige Flüchtlinge und Asylbewerber an Berufsschulen zudem rund 440 Berufsintegrationsklassen ein, dies seien rund 260 mehr als zu Beginn des Schuljahres 2014/2015. Die jungen Asylbewerber und Flüchtlinge hätten die Möglichkeit an einem zweijährigen bundesweit einzigartigen Programm teilzunehmen, erlernten dabei Deutsch und erhielten einen Einblick in die Berufswelt.

15.09.2015 / Bayerisches Kultusministerium / Religionspädagogisches Zentrum Heilsbronn
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