Leben in der einen Welt

Kirchenasyl

Leuchtende Pyramide in einem Kirchenraum

Kirche bietet Menschen Asyl - wichtig für ein konstruktives Miteinader in der einen Welt.

Bild: (c) fotolia / TheRenderFish

Viele Probleme der Integration kommen daher, dass Potentiale von Flüchtlingen nicht nur ungenutzt bleiben, sondern geradezu unterbunden werden, erläutert Kirchenrat Thomas Prieto-Peral.

Viele Gemeinden sind konfrontiert mit der konkreten Frage, wie Flüchtlingen in einer humanitär und rechtlich schwierigen Lage geholfen werden kann. Manchmal wird dabei ein so genanntes Kirchenasyl gewährt, eine Aufnahme auf Zeit in kirchliche Räume, die Behörden zu erneutem Nachdenken über bessere Lösungen bewegen soll.

Kirchenasyl ist allerdings kein rechtsfreier Raum. Asyl gewährt allein der Staat. Aber es ist ein wertvoller Dienst am Rechtsstaat, wenn sich Christinnen und Christen aufgrund ihres Gewissens, ihrer Glaubensüberzeugung und ihrer ethischen Maßstäbe dafür einsetzen, dass Flüchtlinge zu ihrem Recht kommen.

Fundamentalnorm des Rechtsstaates ist der Schutz der Menschenwürde, deren Unantastbarkeit auch und gerade bei Menschen auf der Flucht gewahrt und gesichert werden muss. Kirchenasyl ist kein Affront gegen das Recht, sondern Dienst am Recht, das Leben zu schützen hat. Es stellt auch die Frage, ob und wie das geltende Recht und seine Anwendung verbessert werden müssen, um Asylsuchenden und ihrem berechtigten Wunsch nach einem Leben in Sicherheit gerecht werden zu können.

Die bayerische Landeskirche tritt deshalb dafür ein, ein zeitgemäßes Zuwanderungsrecht zu erarbeiten. Kirche und Diakonie sind seit langem im Gespräch mit politisch Verantwortlichen, um den dringlichen Handlungsbedarf aufzuzeigen. Kirchenasyle unterstreichen die Dringlichkeit und verdienen umso mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Wenn eine Kirchengemeinde konkret mit der Bitte um Kirchenasyl befasst ist, dann sind viele inhaltliche und organisatorische Fragen zu bedenken. Eine Orientierung dazu findet sich im Rundschreiben des Landeskirchenamtes.

Zur Person

Thomas Prieto-Peral, Referent für Ökumene und Weltverantwortung in der ELKB, Bild: © (c) ELKB / Poep

Thomas Prieto-Peral

Thomas Prieto-Peral ist Referent für Ökumene und Weltverantwortung in der ELKB. Einen Schwerpunkt bildet dabei der gemeinsame Lernweg christlicher Kirchen zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.


26.05.2014 / Thomas Prieto-Peral
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