Umwelt und Klima

Energiewende

Rote Ampel mit einem Atomkraft-Zeichen

Die Energiewende ist ein wichtiges Thema für die ELKB.

Bild: (c) iStockPhoto / Martin Wimmer

Engagiert in der Diskussion um Energieeffizienz: Christen sollen Verantwortung für die nächste Generation wahrnehmen, fordert Kirchenrat Wolfgang Schürger.

Die Risiken der zivilen Nutzung der Nuklearenergie sind uns seit der Katastrophe in Fukushima im Jahr 2011 nur allzu gut bewusst. Die Mehrheit der Bevölkerung will daher einen raschen Ausstieg aus der Atomenergie, den die Bundesregierung im Jahr 2011 auch beschlossen hat.

Informationen zum Thema

Wir brauchen die Energiewende!

„Es darf ja wohl nicht wahr sein, dass in einem reichen Land wie unserem das Kostenargument als Grund für die Verlangsamung der Energiewende angeführt wird. Wir brauchen die Energiewende, wenn wir unserer Verantwortung für die Zukunft gerecht werden wollen. Es müssen und können sich Instrumente finden lassen, die sicherstellen, dass ihre Umsetzung nicht auf Kosten der Schwachen geht.“

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei einer Kundgebung zum 1. Mai in Coburg

Doch wodurch sollen wir die Energie aus der Kernspaltung ersetzen? Strom aus Stein- oder Braunkohle führt zu mehr Treibhausgasen in der Atmosphäre und beschleunigt weiter die Klimaerwärmung. Erdöl ist viel zu knapp und viel zu wertvoll, um es einfach zu verbrennen. Erdgas führt in wirtschaftliche Abhängigkeiten, die politisch gefährlich werden können. Um Biogas produzieren zu können, wird auf 17 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland inzwischen Mais angebaut – viele befürchten eine Vermaisung der Landschaft und einen weiteren Schwund der Artenvielfalt. Auch von Windkraftanlagen fühlen sich die Bürgerinnen und Bürger mancher Orte inzwischen „umzingelt“, um den Strom von windreichen Küstenstandorten in den Süden zu bringen, müssen außerdem neue Stromtrassen gebaut werden. Auch dagegen regt sich Widerstand…

Als Christinnen und Christen haben wir Verantwortung für die nächsten Generationen: auch sie sollen auf dieser Erde gut leben können. Unser gegenwärtiger Lebensstil aber ist in mancher Hinsicht nicht „enkeltauglich“:

Wir nutzen die Ressourcen unseres Planeten in einer Weise, als ob wir noch eine zweite Erde hätten. Unseren Umgang mit Energie „enkeltauglich“ zu gestalten heißt daher zum einen, darauf zu verzichten, gefährlichen Müll zu produzieren, mit dem folgende Generationen auch in Tausenden von Jahren noch umgehen (können) müssen, oder die Atmosphäre weiter aufzuwärmen. Zum Anderen aber müssen wir uns fragen, wie viel Energie wir wirklich brauchen und wie wir Energie möglichst effizient nutzen können. Sonne und Wind stehen als Energielieferanten unbegrenzt zur Verfügung – aber die Diskussionen um die Vermaisung der Landschaften und die Umzingelung von Dörfern zeigen, dass wir nur begrenzten Raum haben, sie auch zu nutzen. Ohne Effizienzsteigerungen wird die Energiewende daher nur schwer gelingen.

Kirchliche Umwelt- und Klimaarbeit hilft Einzelnen und Kirchengemeinden beziehungsweise kirchlichen Einrichtungen, Effizienzpotentiale zu entdecken. In den Diskussionen darüber, wie die Energiewende zu gestalten ist, öffnet sie Raum für den Dialog und setzt sich für transparente Planungs- und Entscheidungsprozesse ein.

Zur Person

Wolfgang Schürger, Bild: © ELKB / Poep

Wolfgang Schürger

Kirchenrat Wolfgang Schürger ist der Beauftragte für Umwelt- und Klimaverantwortung in der bayerischen Landeskirche. Sein Anliegen: Unsere Welt lebenswert für alle Geschöpfe und "enkeltauglich" zu gestalten.


26.05.2014 / Wolfgang Schürger
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