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Department of Oriental Antiquities, Richelieu, ground floor, room 6

9. Jahrhundert vor Christus

Ab dem 9. Jahrhundert vor Christus sind die Texte bzw. die ersten Teile des Alten Testamentes schriftlich fixiert worden.
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Menschen sammelten die Worte, Erzählungen, Dichtungen und Sprüche, aber auch amtliche Mitteilungen, etwa aus der Umgebung der Königshöfe. Stellenweise gibt das Alte Testament selbst Hinweise darauf, welche Quellen dabei benutzt wurden oder wo weiteres Material zu finden sei. Am bekanntesten ist der Hinweis auf die „Chroniken der Könige von Israel“ oder „Juda“ (z. B. 1. Könige 11,41; 14,19; 14,29), in denen man über die Taten der Könige mehr lesen könne. Leider sind diese Dokumente verloren.

-800
Ägyptische Schriftzeichen 8. Jahhundert vor Christus

8. Jahrhundert vor Christus

Ab dem 8. Jahrhundert hielten Propheten oder deren Schüler ihre Worte schriftlich fest und ermöglichten dadurch eine größere Verbreitung.
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Daneben entstanden kleine Sammlungen von Volkstraditionen mit Geschichten, Fabeln, Liedern und Lebensregeln.

-700
Jastrow

7. Jahrhundert vor Christus

Im 7. Jahrhundert vor Christus bestand Israel nur noch aus einem kleinen Territorium im Süden und versuchte, sich auf seine Fundamente zu besinnen. Dies war Anlass, viele bisher getrennt überlieferte Schriften zusammenzufassen. Manche Texte wurden neu geschrieben und bekamen so auch eine neue Bedeutung.
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Der massivste Einschnitt war das 50 Jahre währende babylonische Exil. In der Verbannung entstand das Judentum. Es verfasste neue Texte (z.B. das erste Kapitel der Bibel) und gebrauchte zum ersten Mal die überlieferten Texte als „heilige Schrift“.

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Steinplatte mit grichischen Schriftzeichen: Erbrecht, Teil des Gesetzestexts von Gortyn, Kreta, Fragment der elften Kolumne. Kalkstein, fünftes Jahrhundert vor Christi Geburt.

5. Jahrhundert vor Christus

Ab dem 5. Jahrhundert vor Christus haben jüdische Gelehrte die heiligen Schriften zu größeren Einheiten zusammengefügt, beginnend mit der Tora, den fünf Büchern Mose.
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Ab dem 5. Jahrhundert vor Christus haben jüdische Gelehrte die heiligen Schriften zu größeren Einheiten zusammengefügt, beginnend mit der Tora, den fünf Büchern Mose.

-400
Torarolle mit Jad (Zeigestab)

400 bis 100 vor Christus

Die Entstehung des biblischen Kanons hat sich in folgenden Etappen vollzogen:
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Als Erstes war die Tora abgeschlossen. In der Zeit von 400 bis 100 vor Christus wurden dann die restlichen Bücher der Hebräischen Bibel vervollständigt. Zunächst eine Sammlung prophetischer Schriften (Nebiim) – dazu gehört auch ein Teil der später so genannten Geschichtsbücher (Josua bis Könige) –, danach die »Schriften« (Ketubim), sehr unterschiedliche Bücher wie das Hohelied, Ester, Judit, Daniel, die Makkabäerbücher und die weisheitlichen Schriften (Weisheit, Jesus Sirach, Sprichwörter). Der jüdische Kanon wird auch Tenak genannt. Dieses Kunstwort fasst die Anfangsbuchstaben von Tora, Nebiim und Ketubim zusammen.
Grundsätzlich entstehen solche Kanones immer dann, wenn die darin thematisierten Zeitepochen vorbei sind, also z.B. der Prophetenkanon, nachdem es keine Propheten mehr gibt, das Neue Testament nach dem Tod der ersten Apostelgeneration.
Jesus konnte auf den Tenak zurückgreifen. Er kannte aber neben den in den biblischen Kanon aufgenommenen Schriften noch weitere und zitierte sie.

-400
Stein mit aramäischer Inschrift, in Louvre

4. bis 2. Jahrhundert vor Christus

An einigen Stellen der Bibel finden sich auch Reste des Aramäischen (Jeremia 10,11; Esra 4,6–6,18; Daniel 2,4–7,28).
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Das war die Reichssprache während der Perserzeit. Durch sie veränderte sich auch die Schrift: Aus der aramäischen Schreibschrift entstand die neue »Quadratschrift«, in der zwischen dem 4. und 2. Jahrhundert v. Chr. fast alle Bibeltexte geschrieben wurden. Jedes Zeichen passt dabei genau in ein Quadrat.

-200
Ausschnitt der Jesajarolle, eine der ältesten und besterhaltenen Bibelhandschriften

2. Jahrhundert vor Christus

Die jüngsten Bücher wurden erst im 2. Jahrhundert vor Christus niedergeschrieben. So sind von den Anfängen mündlicher Überlieferung bis zu den letzten schriftlichen Aufzeichnungen des Alten Testaments etwa tausend Jahre vergangen.
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Bis zum 2. Jahrhundert wurden die drei großen Teile der hebräischen Bibel nochmals überarbeitet. Bestehende Texte wurden dabei mit neuen kombiniert. Darum gibt es z.B. zwei Schöpfungserzählungen am Anfang der Bibel.
Während der ersten 20 Jahre nach Ostern gab es im Christentum nur mündliche Überlieferungen, weil das nahe Ende der Welt erwartet wurde. Als Bibel gebrauchten die Christen die Texte Israels. Erst im Rahmen der Mission entstanden zunächst Briefe an Gemeinden und später als Fundament für die christliche Botschaft die vier Evangelien. Parallel zu den heute in der Bibel enthaltenen wurden noch viele andere christliche verfasst. Diese fanden jedoch keinen Eingang mehr in die Sammlung, die als „Neues Testament“ bezeichnet wird.

-100
Das Bild zeigt ein Buch mit hebräischen Schriftzeichen, davor steht ein silberner Kerzenständer ohne Kerzen

1. Jahrhundert vor Christus

Das Alte Testament wurde in hebräischer Sprache geschrieben.
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Zum Teil bis ins 1. Jahrhundert vor Christus verwendeten die Schreiber dabei aber kein hebräisches, sondern das als besonders ehrwürdig betrachtete altphönizische Alphabet. Ähnlich der ägyptischen Bilderschrift sind seine Zeichen jeweils aus dem Anfangslaut eines Bildsymbols entwickelt.

50
Statue des Apostel Paulus vor dem Petersdom (Vatikan). (Bildhauer: Adamo Tadolini)

50 nach Christus

Der früheste Text des Neuen Testaments stammt aus dem Jahr 50. Es ist der Brief des Paulus an die Gemeinde in Thessalonich.
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tusFragen und theologische Auseinandersetzungen in den von ihm gegründeten Gemeinden führten Paulus dazu, wichtige Themen und Konsequenzen seiner Verkündigung auch schriftlich in Briefen darzulegen. Diese Briefe wurden als Zeugnis der apostolischen Auslegung des Evangeliums aufbewahrt und gesammelt. Sie sind die frühesten Schriften des Neuen Testaments.

Etwa zur gleichen Zeit – d.h. um die Mitte des ersten Jahrhunderts – wird man auch damit begonnen haben, die Überlieferung der Worte und Taten Jesu schriftlich zu fixieren, was dann nach und nach zur Niederschrift der vier Evangelien geführt hat. Auf diese Weise sind bis zum Ende des ersten Jahrhunderts die in unserem heutigen Neuen Testament enthaltenen Schriften entstanden.
Damals wie auch später gab es daneben eine Vielzahl von Schriften, die im Titel vorgaben, Evangelien, Apostelgeschichten oder Jüngerbriefe zu sein, aber die Botschaft von Jesus Christus oder die Lehre der Apostel aus eigener Sicht wiedergaben. Deshalb musste die frühe Kirche eine Entscheidung fällen, welche Schriften als verbindlich galten. Dabei gab es, durch örtliche oder personelle Gegebenheiten bestimmt, Unterschiede in der Auswahl.

70
Codex Aleppo mit masoretischer Punktation

70 nach Christus

In den Jahrhunderten nach der Zerstörung des Tempels und Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 n.Chr. fixierten jüdische Gelehrte die Gestalt des Textes bis in kleinste Einzelheiten.
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Der so bearbeitete hebräische Text wird „masoretischer Text“ genannt, weil er in seiner heutigen Gestalt auf der „Masora“ genannten Überlieferungstätigkeit jüdischer Gelehrter („Masoreten“) beruht. Er ist bis heute die Grundlage für die Übersetzung des Alten Testaments.

100
Judenstern auf Papier mit hebräischer Schrift

1. Jahrhundert nach Christus

Die Geltung einzelner Bücher war im Judentum lange umstritten.
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Vermutlich stand der genaue Umfang der hebräischen heiligen Schriften gegen Ende des 1. Jahrhunderts n.Chr. fest.

125
Vorderseite des Papyrus 52, auch Johannesfragment genannt

125 nach Christus

Manchmal ist das Fundstück einer Handschrift von früher kaum größer als eine Briefmarke.
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Dies gilt z.B für die älteste Abschrift eines neutestamentlichen Textes, die uns erhalten ist, den Papyrus 52 (um das Jahr 125 n. Chr.). Auf dem Papyrusstück steht nur Johannes 18,31-33,37-38 auf Vorder- und Rückseite geschrieben.

200
Christliche Kreuze in verschiedenen Formen

2. Jahrhundert nach Christus

Am Ende des 2. Jahrhunderts nach Christus stand jedoch das Neue Testament im Wesentlichen in seinem heutigen Umfang fest.
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Am Ende des 2. Jahrhunderts nach Christus stand jedoch das Neue Testament im Wesentlichen in seinem heutigen Umfang fest.

200
Ausschnitt aus dem Codex sinaiticus

200 nach Christus

Berühmte alte Handschriften, wie der Kodex Sinaiticus, der beinahe den ganzen Bibeltext enthält, oder der Papyrus 46 (um 200 n. Chr.), eine der ältesten Abschriften der Paulusbriefe, wurden in Klosterbibliotheken oder im Wüstensand gefunden.
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Berühmte alte Handschriften, wie der Kodex Sinaiticus, der beinahe den ganzen Bibeltext enthält, oder der Papyrus 46 (um 200 nach Christus), eine der ältesten Abschriften der Paulusbriefe, wurden in Klosterbibliotheken oder im Wüstensand gefunden.

400
Fische, in einen Sandstrand eingezeichnet

4. Jahrhundert nach Christus

Die Auseinandersetzungen der Folgezeit führten im 4. Jahrhundert zur endgültigen Festlegung eines Kanons (d.h. wörtlich „Richtschnur“) von 27 Schriften, der seitdem in allen großen Kirchen Geltung hat.
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Die Auseinandersetzungen der Folgezeit führten im 4. Jahrhundert zur endgültigen Festlegung eines Kanons (d.h. wörtlich „Richtschnur“) von 27 Schriften, der seitdem in allen großen Kirchen Geltung hat.

1452
Bild eines Drucks der Gutenberg Bibel (US Library of Congress)

1452

Im Jahr 1452 hat Johannes Gutenberg in Mainz als erstes gebundenes Werk die Bibel gedruckt.
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Seine Bibel in lateinischer Sprache umfasste pro Spalte 42 Zeilen und wurde in einer Auflage von 200 Exemplaren gedruckt.

1522
Bild zeigt einen Drucker in historische Berufstracht an der Gutenbergpresse.

1522

Hatte Gutenberg noch in langwieriger Druckarbeit während zweier Jahre seine 200 Bibeln hergestellt, entstanden in den ersten hundert Jahren nach dem Erscheinen von Luthers Neuem Testament im Jahre 1522 rund 200 000 Bibeln an verschiedenen Orten in Europa.
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Hatte Gutenberg noch in langwieriger Druckarbeit während zweier Jahre seine 200 Bibeln hergestellt, entstanden in den ersten hundert Jahren nach dem Erscheinen von Luthers Neuem Testament im Jahre 1522 rund 200 000 Bibeln an verschiedenen Orten in Europa.

1710
Nördlingen, alte Druckerei. Schriftstock Bleisatz

1710

Noch immer war es ein mühsamer Herstellungsprozess, bis 1710 Freiherr Carl Hildebrandt von Canstein in Halle erstmals die ganze Bibel, ca. 5 Mio. Buchstaben, auf einmal setzen ließ.
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Mit dem Prinzip des „stehenden Satzes“ konnten in den folgenden 100 Jahren in der „von Cansteinschen Bibelanstalt“ in Halle über drei Millionen Bibeln gedruckt werden. Damit waren verlässliche Bibelausgaben zu einem günstigen Preis auf dem Markt erhältlich.

1947
Bilder Höhleneingang Qumran.

1947

Die ältesten und wohl bekanntesten Funde von alttestamentlichen Handschriften wurden 1947 in den Höhlen von Qumran am Toten Meer gemacht. Dort waren die Schriften vor zweitausend Jahren zum Teil in Tonkrügen verborgen worden.
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Die am besten erhaltene ist eine (fast) vollständige Abschrift des Propheten Jesaja auf einer Lederrolle, die heute in Jerusalem im „Schrein des Buches“ des Israel-Museums zu sehen ist. Allerdings ist es selten, dass ganze Handschriften entdeckt werden. Häufig sind es nur größere oder kleinere Teile und manchmal ist ein Fundstück kaum größer als eine Briefmarke.