Hilfe für Geflüchtete

Unterstützung für Helfende

Geflüchteter Junge allein auf einem Bahnsteig

Die AG "Wir schaffen Herberge" wurde 2015 gegründet um Gemeinden und kirchliche Träger bei ihrer Arbeit mit geflüchteten Menschen zu unterstützen - u.a. auch bei der Unterbringung.

Bild: UNHCR/ Daniel Ertel

Wir würden ja Geflüchtete in unseren Gemeinderäumen aufnehmen – aber wie? Welche Vorschriften sind zu beachten und wie finanzieren wir das? Bei der Beantwortung dieser Fragen hilft die „AG Herberge“.

Rund 150.000 Geflüchtete sind derzeit in Bayern untergebracht. Und wöchentlich werden es mehr Menschen, die aus dem Krieg in ihren Heimatländern nach Bayern fliehen. Die meisten warten darauf, ob ihr Antrag auf Asyl oder ihre Anerkennung als Kriegsflüchtling bewilligt wird. Das dauert meist länger als ein Jahr - eine lange Zeit der Ungewissheit.

Herberge: Mehr als ein Dach über den Kopf

Der Staat sorgt für ein Dach über dem Kopf und für Nahrung. Doch dabei ist er auf die Hilfe von Privatleuten und Institutionen angewiesen. Auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern sieht es als ihren Auftrag, Herberge zu geben. Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen haben Raum für insgesamt 4300 Asylsuchende in kirchlichen Häusern angeboten, belegt sind davon derzeit  2059 (Stand Ende Januar 2016).

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Damit möglichst rasch geholfen werden kann, hat die Kirchenleitung eine Taskforce „Wir schaffen Herberge“ eingerichtet, die im Landeskirchenamt angesiedelt ist. Diese abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe hat die Aufgabe, schnell und unbürokratisch mit Rat und finanziellen Zuschüssen Kirchengemeinden, Dekanatsbezirke und andere kirchliche und diakonische Träger sowie die dort tätigen Haupt- und Ehrenamtlichen bei ihrem Engagement für Flüchtlinge zu unterstützen. Sie liefert Informationen über Standards und Zuständigkeiten, vermittelt notwendige Fachkompetenzen, bündelt die rechtlichen Voraussetzungen für die Flüchtlingsunterbringung und informiert über die staatlichen und kirchlichen Ansprechpartner bei der Umsetzung der Projekte.

Doch Flüchtlingshilfe umfasst viel mehr als die Sorge um ein Dach über dem Kopf: In Deutschland zu leben ist für Menschen aus anderen Kulturkreisen fremd. Das beginnt mit dem Essen und endet bei den Umgangsformen. Noch schwieriger wird es für die, die kein Deutsch sprechen oder weder lesen noch schreiben können: Wie finden sie einen Arzt, wenn sie krank sind? Wie können sie fragen, ob ihr Kind eine Schule besuchen kann?

Christlich motivierte Hilfe

Ohne die vielen ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer, die den Geflüchteten zur Seite stehen, wäre das nicht möglich. Zahlreiche Helferinnen und Helfer tun dies aus christlicher Überzeugung. Sie sehen hinter dem Flüchtling den jungen Mann, die junge Frau, die unsicher, ängstlich vor ihnen steht. Eine wachsende Anzahl ehrenamtlich Tätiger aus bayerischen Kirchengemeinden begleitet Geflüchtete bei Arztbesuchen, organisiert Deutschkurse und steht den Flüchtlingen im Kontakt mit den Behörden bei. Über 30 der 46 evangelischen Bildungswerke in Bayern bieten bereits Schulungen für Ehrenamtliche in der Asylarbeit an, aber auch Deutschkurse und Veranstaltungsreihen zum Thema Flucht und Asyl. Die Zahl der Angebote steigt mit jeder Woche. Deshalb wurde die Arbeitsgruppe „Wir schaffen Herberge“ beauftragt, auch diese Arbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich der Betreuung, Förderung und Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden zu begleiten.

Fördermittel beantragen

All das kostet Geld. Mehr Geld als viele Gemeinden und Einrichtungen selbst aufbringen können. Deshalb hat die Landessynode Ende November 2015 in Schweinfurt zusätzliche Mittel für die Flüchtlingsarbeit bewilligt. Für die Jahre 2015 und 2016 wurden insgesamt 30,5 Millionen Euro für den Bereich "Flucht und Asyl" vorgesehen - 20 Millionen mehr als ursprünglich geplant. Einen beträchtlichen Teil davon verwaltet die AG "Wir schaffen Herberge", deren Arbeit seit Ende 2015 von einer Koordinierungs- und Geschäftsstelle begleitet wird. Kirchengemeinden sowie kirchliche und diakonische Einrichtungen können hier finanzielle Unterstützung für ihre Flüchtlingsarbeit vor Ort beantragen. Gefördert werden Projekte, die der vorübergehenden oder dauerhaften Schaffung von Wohnraum für geflüchtete Menschen dienen, sowie Projekte, die die Koordination Ehrenamtlicher in der Flüchtlingshilfe unterstützen, verschiedenste Bildungsangebote für Kinder, Flüchtlingsfamilien usw. - alle Initiativen und Projekte kirchlicher und diakonischer Einrichtungen, die für Flüchtlinge eine praktische Hilfe im Alltag sind.

Bisher konnten aus diesen Mitteln schon bayernweit zahlreiche Sach- und Personalkosten, sowie Umbauten und Bereitstellung von Wohnraum gefördert werden. Um Gelder aus der AG „Wir schaffen Herberge“ zu erhalten, finden Sie hier ein Antragsformular und kurze Hinweise – für Rück- und Nachfragen schreiben Sie bitte eine kurze Nachricht an herberge@elkb.de.


15.02.2016 / ELKB