Tischgemeinschaften

Essen mit anderen

Tischgemeinschaft St. Thomas Augsburg Nicht nur ein Ma(h)l

"Nicht nur ein Ma(h)l!": in Augsburg-Kriegshaber gibt es einen offenen Mittagstisch für 60-80 Personen. Ehrenamtliche bieten ein köstliches Drei-Gänge-Menü.

Bild: Weber

Bei diakonischen Tischgemeinschaften Gästen begegnen und an Leib und Seele satt werden – in vielen bayerischen Kirchengemeinden gibt es diese Gemeinschaftsangebote.

„Schon an der Eingangstür habe ich gespürt, dass mich die Gastgeber erwartet haben!“ so Irene Schmidt über ihren ersten Eindruck von „Aufgetischt“ im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde in Erlangen-Bruck. Sie ist eine von 30 Gästen, die sich einmal im Monat auf ein Essen mit anderen freut.

Auch im Gemeindesaal in Rosenheim wird festlich aufgetischt. Die Mitorganisatorin Claudia Preisinger begrüßt Gemeindemitglieder, Bedürftige und Gäste. „Jeder der will, kann zum Essen kommen.“ Kirche müsse der Ort sein, wo Menschen hinkommen könnten, ohne nach Leistung beurteilt zu werden. Preisinger sorgt mit ihrem Team für das leibliche Wohl, aber auch das seelische Wohl ist wichtig: „Einfach zuhören und da sein“, so Preisinger.

"Kirche und Tischgemeinschaft passen zusammen", erläutert Pfarrer Martin Dorner. Als Pfarrer gründete er gemeinsam mit dem Kirchenvorstand von St. Thomas in Augsburg die diakonische Tischgemeinschaft „Nicht nur ein Ma(h)l!“.

„Wir sind Gäste am Tisch des Lebens“, so Dorner. Die Tischgemeinschaften spielten im Leben und in den Lehren Jesu eine wichtige Rolle. Jesus habe dort Gemeinschaft gepflegt, gelehrt, Sünden vergeben, Kranke geheilt. Wie schon bei den Tischgemeinschaften Jesu werden Menschen zueinandergeführt, Arme und Reiche, Christen und Suchende, Kinder und Erwachsene treffen sich. Ausnahmslos alle Menschen seien eingeladen. Dorner: „Jeder isst mit jedem, jeder ist neben jedem".

Koch,© © iStockPhoto / zoranm

Bild: © iStockPhoto / zoranm

Audio-Portrait: Diakonische Tischgemeinschaften in Bayern

Ehrenamtliche unterschiedlicher Tischgemeinschaften über die Freude, für andere zu kochen

Etwa 30 diakonische Tischgemeinschaften wie zum Beispiel in Rosenheim oder in Erlangen-Bruck sind in den letzten Jahren in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern entstanden. Dazu zählen zum Beispiel Tischgemeinschaften für Alleinerziehende, Frühstücksangebote am Sonntagmorgen, Mahlzeiten für Menschen in Armut oder Stadtteilmittagstische für alle Generationen.

Man kann von einer lebendigen diakonischen Basisbewegung sprechen, denn immer neue Tischgemeinschaften in Städten und auch in kleineren Orten werden geboren. Martin Dorner: „In jedem Fall sind Tischgemeinschaften eine gute Möglichkeit, dass Kirche und Diakonie gemeinsam die Menschen in Städten und Dörfern aktivieren und etwas für den Zusammenhalt der Gesellschaft erreichen.“

Das Netzwerk AG diakonische Tischgemeinschaften in der ELKB unterstützt neue Initiativen bei der Gründung mit Kontakten und berät bei der Konzeptentwicklung. Das Diakonische Werk Bayern fördert Neugründungen finanziell. Auskunft im Diakonischen Werk Bayern bei Frau Angelika Gradl.


03.02.2016 / ELKB
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