Engagement vor Ort

In besonderem Umfeld

Rotes Papierschiff auf Landkarte

In vielen Bereichen auf Kurs mit den Menschen.

Bild: © Susanne Kuerth / photocase.de

Kirchliches Leben ist untrennbar mit kulturellen Ausdrucksformen verbunden. Das zeigt schon ein Blick auf die Liturgie, die neben der Sprache auch auf künstlerische Formen der Verkündigung setzt.

In Musik und Lyrik sowie Dramaturgie und Atmosphäre ist ein Gottesdienst eben auch ein ästhetisches Erlebnis. Das kulturelle Interesse der evangelischen Kirche reicht aber weit über den Tellerrand der eigenen Praxis hinaus. In der Kirchengeschichte gibt es viele Beispiele dafür, dass aus der Nähe von Kirche und Kultur wichtige Impulse für gesellschaftliche Veränderungen hervorgehen. Dabei versteht sich die evangelische Kirche als kritische Begleiterin von politischen Zeitfragen ebenso wie als Impulsgeberin für gesamtgesellschaftliche Veränderungsprozesse; als Kritikerin für soziale Missstände ebenso wie als Mitgestalterin von kulturellen Erlebnissen.

Evangelische Kirche versteht sich dabei nie als eine Sonderform neben der zivilen Gesellschaft. Sie vertritt und bringt ihre Überzeugungen auf unterschiedlichste Weise ein, sei es als Mitglied in Ethik-Kommissionen, sei es in Form von Andachten im öffentlich-rechtlichen oder privaten Rundfunk, sei es mit Sportpfarrern, die Großereignisse wie Weltmeisterschaften und olympische Spiele begleiten, oder City- oder Kulturkirchen, die Rückzugs- und Ausstellungsflächen für vielfältige Veranstaltungsformen bieten.

Heute sind in allen kulturellen und gesellschaftlichen Feldern professionelle Expertinnen und Experten im Auftrag der Kirche tätig, die den Dialog zwischen Kirche, Kultur und Gesellschaft auf Augenhöhe führen. In der Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kultur und Gesellschaft geht die evangelische Kirche aus sich selbst heraus: Sie gewinnt ein Gefühl für die relevanten Fragen ihrer Zeit und kann umgekehrt ihre Fragestellungen in die Gesellschaft tragen.


02.07.2015 / Michael Birgden
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