Gemeindediakonie

Zusammen ist man weniger allein

Mensch hält Männchen aus Papier in der Hand

Zusammen ist man weniger allein - die Gemeindediakonie macht's möglich.

Bild: iStockPhoto / franckreporter

Mit vielen Aktivitäten bringen Kirchengemeinden und ihre Gemeindediakonie Menschen zusammen und schaffen Hilfe zur Selbsthilfe. Neue Aktionen und Angebote gibt es im f.i.t.-Programm.

„Ich lebe allein – und da ist es schön, mal so bekocht zu werden“, freute sich eine Seniorin aus Kempten. Geschmeckt hat es auch einem Mittfünfziger; er holte noch ein paar Spätzle für die „gute Soße“ nach. Ein Angebot der besonderen Art: Einmal im Monat gibt es Freitagabend im evangelischen Gemeindezentrum St. Mang in der Illerstadt ein „Tischlein-deck-dich“. Mehr als 80 Personen kamen zur Auftaktveranstaltung im März 2014. „Die Gemeinschaft fördern“ ist ein Aspekt, den Pfarrer Martin Weinreich aus Kempten St. Mang bei diesem Projekt besonders herausstellte. Indra Baier-Müller, Geschäftsführerin der Diakonie Kempten Allgäu, betonte: „Es geht um mehr Miteinander: Inklusion und gegen Ausgrenzung.“

Gegen Ausgrenzung auch deshalb, weil zu den Gästen auch die Kunden der Tafel in Sankt Mang gehören. Sie bekommen die Bons für die Essen kostenlos im Tafelladen in der Magnusstraße. Alle übrigen melden sich vorab für das nächste Essen im Oberösch oder in der Christuskirche an und zahlen für den Essens-Bon 2,50 Euro. Weinreich: „Beim Essen selbst weiß dann niemand, wer dafür gezahlt hat und wer nicht.“
Rat und Hilfe: Kirchengemeinden und ihre diakonischen Partner sind vor Ort sehr aktiv. Sie unterhalten Wärmestuben für Obdachlose, Kleiderkammern und Tafeln zur Versorgung Bedürftiger mit Lebensmitteln und teilweise auch regelmäßigen Mahlzeiten. In der offenen Jugendarbeit mit der Zielrichtung, sozial benachteiligte Jugendliche zu unterstützen, haben viele Angebote ein klares diakonisches Profil. Auch mit dem Angebot zur Hausaufgabenhilfe wird vielen Kindern und Jugendlichen geholfen.

Fördern – initiativ werden - teilhaben

Seit der Unterstützung durch die Landeskirche stellen Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen gemeinsam viele neu Projekte auf die Beine. "F.I.T. - fördern, initiativ werden, teilhaben" heißt das Programm. Es ist die gemeinsame Antwort von Kirche und Diakonie auf die wachsende Armut in Bayern, erklären die Initiatoren das Projekt, das von der Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Diakonie in Bayern getragen wird. Ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen sei das Ziel der Aktion, so Oberkirchenrat Detlev Bierbaum. "Wir wollen sie darin unterstützen, selbst aktiv zu werden. Kurz: Wir wollen sie befähigen."

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Kirchengemeinden können in enger Kooperation mit diakonischen Trägern Projekte zur Armutsbekämpfung durchführen, die vor allem Alleinerziehenden mit Kindern, Menschen mit Migrationshintergrund, Jugendlichen und älteren Menschen im ländlichen Raum zugute kommen. Dabei werden sie von der Landeskirche mit Projektmitteln unterstützt. Landesweit wurden bereits 60 Projekte finanziert; dabei werden ausschließlich Projekte gefördert, die von der örtlichen Kirchengemeinde und einer diakonischen Einrichtung gemeinsam durchgeführt werden.

Und die Ideen wachsen weiter: In Schweinfurt hatten Vertreter von Kirche und Diakonie immer öfter festgestellt, dass Menschen die Stromrechnung nicht bezahlen konnten. Die Übernahme der Stromrechnung könne aber nur eine kurzfristige und spontane Hilfe sein. Kirchengemeinden aus den Dekanaten Schweinfurt, Bad Neustadt und Kitzingen entwickelten deshalb mit der Schweinfurter Diakonie "FIT beim Energiesparen", das kostenlose Energieberater zur Verfügung stellt. Das Interesse ist so groß, dass weitere Ehrenamtliche zu Beratern ausgebildet werden sollen.


28.05.2014 / Daniel Wagner