Atelierbesuche in München und Nürnberg

Kunst hautnah

Künstler Andreas Horlitz (mit Rieke C. Harmsen) vor seinem Kunstwerk 'Transposition'

Die Ateliergespräche geben Einblick in das Schaffen von Künstlern. So zeigte 2015 Andreas Horlitz sein Kunstwerk "Transposition" am Landeskirchenamt in München (rechts: Veranstalterin Rieke C. Harmsen).

Bild: ELKB

In der Reihe „Atelierbesuche“ des Evangelischen Presseverbands für Bayern öffnet am Dienstag den 11.Oktober 2016 ab 18 Uhr der Maler und Zeichner Sebastian Tröger seine Arbeitsräume in Nürnberg.

Nach erfolgreichem Start in München im vergangenen Herbst geht das Projekt nun gleich an zwei Orten in die zweite Runde: Neun Künstler und Künstlerinnen aus München und Nürnberg, die sich in ihren Arbeiten mit Religion, Kirche und Glauben auseinandersetzen, geben einen persönlichen Einblick in ihre Arbeitsweise.

20. September: Otto Wesendonck

Otto Wesendonck: Windmahl II 2002,© Otto Wesendonck
Die Skulpturen von Otto Wesendonck sind fest mit ihrer Umgebung verbunden. Sie spielen zusammen mit Wind, Wasser oder Licht. Sie stehen in der Natur, auf Wiesen oder im Wasser, aber auch an öffentlichen Plätzen. Der Künstler erschafft alle seine Werke „von der ersten Idee bis zu ihrer Vollendung“ eigenhändig. Dafür hat er sich im oberbayerischen Waakirchen eine Werkstatt für Kunstguss eingerichtet. Dort treffen wir Otto Wesendonck und sprechen mit ihm über seine einzigartige Arbeitsweise.

11. Oktober: Sebastian Tröger

Aus der Ausstellung 'I can't feel your pain but you can see my painting', Oechsner Galerie,© Sebastian Tröger
Sebastian Tröger geht mit Witz und Ironie an die Arbeit. In seinen Gemälden und Zeichnungen zitiert er berühmte Werke der Kunstgeschichte. Er überrascht den Betrachter und bricht mit überkommenen Wertmaßstäben. In seinem Studio präsentiert er Gemälde und Zeichnungen, Skulpturen und Installationen.

13. Oktober: Martin Wöhrl

Martin Wöhrl, 'Maß und Werk', Neues Museum Nürnberg,© Martin Wöhrl
Martin Wöhrl ist für seine ungewöhnlichen Skulpturen bekannt. In seinen bildhauerischen Werken vereint der Künstler verschiedenste Gegenstände. Häufig handelt es sich um alltägliche oder bereits gebrauchte Dinge. Die Realität bildet meist das Vorbild für diese Werke und wird gleichsam darin verhandelt. Der Münchner Künstler spricht mit uns über seine Arbeiten mit Kirchenbezug.

20. Oktober: Empfangshalle

Empfangshalle: 'Gelsenlos',© Empfangshalle
Der öffentliche Raum ist eine Spielwiese für das Künstlerduo „Empfangshalle“. In ihrem Atelier in der Münchner Innenstadt entstehen Werke, die Alltägliches geschickt als Bildfläche nutzen. Jedes Werk ist völlig anders: Plastikstühle und Müllautos werden genauso zu Kunst, wie riesige Werbeflächen. Die Künstler sehen sich als „Beobachter“ und wollen zwischenmenschliche Zusammenhänge sichtbar machen. Beide studierten an der Akademie der bildenden Künste in München. Seit 2000 haben sie zahlreiche Projekte durchgeführt, auch in Kirchenräumen.

8. November: Harald Kienle

Skulptur von Harald Kienle ,© Harald Kienle
Harald Kienle arbeitet hauptsächlich mit Holz. Der 1962 geborene Künstler hat in Nürnberg Bildhauerei studiert. Er hat bereits Werke für die Egidienkirche und die Kirche Weissdorf/Münchberg geschaffen. Seine hölzernen Skulpturen wirken meist grob und abstrakt, wie die Installation „Arche“ in Herzogsägmühle. Auf einer Wiese bilden hier Baumstämme einen mehrere Meter großen Schiffsrumpf. Wir besuchen Harald Kienle in seiner Werkstatt in Nürnberg und werfen einen Blick in seine Arbeit.

10. November: Martin Schmidt

Martin Schmidt, 'Urkirche', Diakonie Rummelsberg,© Martin Schmidt
Für seine Kunstwerke legt Martin Schmidt selbst Hand an, sogar wenn er dafür zum Spaten greifen muss. Zu seinen Installationen gehört zum Beispiel eine 17 Meter lange Ausgrabung in Form einer Kirche. „Urkirche“ heißt das Werk, der Künstler hat es selbst gegraben. Neben seine Installationen fertigt er auch Zeichnungen an. Schmidt hat Bildhauerei in München studiert und schon zahlreiche Werke mit kirchlichem Bezug geschaffen. Wir treffen ihn in seinem Atelier in der Nähe des Ostbahnhofs.

16. November: Sabine Straub

Sabine Straub, Altar in der Stadtkirche Bayreuth,© Sabine Straub
Sabine Straub bewegt sich zwischen Architektur und Skulptur. Ihre großformatigen Stahlskulpturen gestalten öffentlichen Raum und prägen Fassaden und Bauwerke. Für Kirchen und Kapellen hat sie einprägsame Altäre und Kruzifixe geschaffen. Immer ist die Auseinandersetzung mit dem Raum die Herausforderung für das Werk.

22. November: Gerhard Rießbeck

Gerhard Rießbeck, Das Haus des Malers, 2014,© Gerhard Rießbeck
Gerhard Rießbeck reist viel. Die Inspiration für seine Bilder findet er in eiskalten, nördlichen Gefilden, in Island, Norwegen und der Arktis. Viele seiner Gemälde fangen die Stimmung der eisigen Weiten ein und lassen den Betrachter frösteln. Trotzdem fesseln die abstrakten Motive den Blick. Der 1964 in Lichtenfels geborene Künstler hat neben seinen Landschaftsbildern auch Werke für Kirchen geschaffen. Wir treffen Gerhard Rießbeck in seinem Atelier in Bad Windsheim und sprechen mit ihm über die Bedeutung seiner Arbeiten.

1. Dezember: Meide Büdel

Meide Büdel, Contactus – Begegnung, 2015,© Meide Büdel
Die Bildhauerin Meide Büdel hat zahlreiche Werke für Kirchen und Kapellen geschaffen. Ihre Skulpturen aus Stahl, Holz und Beton sind formal reduziert und beziehen sich häufig auf die Spannung zwischen den Materialien. Für ihre Arbeit in der Christuskirche Nürnberg wurde Büdel 2008 mit dem Kunstpreis der bayerischen Landeskirche ausgezeichnet.
Die Atelierbesuche wollen künstlerische Positionen erkunden und den Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern fördern. Das erste Gespräch findet am 20. September um 18 Uhr statt: Otto Wesendonck lädt in seine Werkstatt für Kunstguss ein. Hier fertigt der Künstler experimentelle Skulpturen aus Metall „von der ersten Idee bis zu ihrer Vollendung“ selbst. Das Künstlerduo „Empfangshalle“ zeigt, wie Kunst in der Öffentlichkeit zwischenmenschliche Beziehungen aufdecken kann.

Im November präsentiert Harald Kienle in Nürnberg seine abstrakten Skulpturen aus grob bearbeitetem Holz. Gerhard Rießbeck zeigt seine stimmungsvollen Gemälde, die von nordischen Landschaften inspiriert sind. Auf Reisen nach Island, Norwegen und in die Arktis sammelte er Eindrücke für die Bilder. Weitere Atelierbesuche führen zu Sebastian Tröger, Meide Büdel, Martin Wöhrl, Martin Schmidt und Sabine Straub (weitere Informationen zu den Künstlern hier).

Moderiert werden die Gespräche von erfahrenen Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern sowie Theologinnen und Theologen. Die Atelierbesuche dauern rund eine Stunde. Fragen ist bei dieser besonderen Veranstaltungsreihe nicht nur erwünscht, sondern Prinzip. Immerhin sollen die Besucher ja einen Blick „hinter die Kulissen“ tun und eine Ahnung davon erhalten, wie Künstlerinnen und Künstler arbeiten, aber auch glauben und denken. So könne sie in einer „Schnellfragerunde“ erfahren, was sie schon immer wissen wollten.

Das Projekt des Evangelischen Presseverbands für Bayern e.V. (EPV) wird unterstützt von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, dem Kulturfonds Bayern, St. Egidien Nürnberg und den Evangelischen Stadtakademien München und Nürnberg. Online anmelden kann man sich unter www.kunstundreligion.de sowie bei den Evangelischen Stadtakademien München und Nürnberg. Eintritt 10 Euro bzw. 8 Euro ermäßigt.


07.09.2016 / epv